Huntlosen/Landkreis - Die Lernkisten sind gepackt, die Arbeitsaufträge überarbeitet: Jetzt wäre die Hauptsaison für die Besuche von Schulklassen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Doch aufgrund der Einschränkungen durch Corona haben Edith Janßen vom Regionalen Umweltbildungszentrum Hollen, Lernstandort Huntlosen, und Thale Meyer vom Kreislandvolkverband Oldenburg alle Veranstaltungen abgesagt.
„Wir führen sonst kurz vor den Sommerferien fast jeden Tag einen Besuch von Schulen und Kindergärten auf einem Hof durch“, berichtet Meyer. Der Kreislandvolkverband ist Bildungspartner im Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“, worüber Besuche auf landwirtschaftlichen Betrieben gefördert werden.
Die Schüler verbringen ein paar Stunden auf einem Hof, um Fragen wie „Woher kommt die Milch?“, „Wie leben Schweine?“ oder „Wo wachsen Kartoffeln?“ auf den Grund zu gehen. Dabei werden alle Sinne angesprochen: riechen, hören, sehen, fühlen. Aber genau hier liegt derzeit das Problem: „Wir können Besuche auf Betrieben durchführen, jedoch können wir unsere Lernkonzepte nicht einsetzen.“
Neben Kindergärten und Grundschulen kommen auch vermehrt Oberstufen auf die Betriebe. „Hier geht es um Themen wie Tierwohl, Preisentwicklung und Strukturwandel. Alles Themen, die mit einem Besuch veranschaulicht werden können“, erklärt Meyer.
Edith Janßen und Thale Meyer befürchten, dass die Schulen zunächst den versäumten Lernstoff aufarbeiten müssen, bevor sie wieder auf die Höfe kommen. „Das ist verständlich, aber sehr schade. Landwirtschaft kann man am besten vor Ort erleben.“, betont Janßen.
