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Vom Hobby zum Beruf Harpstedter macht sich als Imker selbstständig

Macht sich als Imker selbstständig: Nico Bardt aus Harpstedt.

Macht sich als Imker selbstständig: Nico Bardt aus Harpstedt.

privat

Harpstedt - Honigbienen erzeugen Honig – das weiß jeder. Wie viel mehr es über die schwarz-gelben Insekten zu wissen gibt, zeigt sich schnell im Gespräch mit Nico Bardt. Der Harpstedter ist seit 2015 begeisterter Hobbyimker.

Weil er selbst so viel Honig aß, kam der heute 45-Jährige auf die Idee, sich Bienen anzuschaffen. Über den Imkereiverein Wildeshausen kam er zu „BeeRent“ und machte dort im April 2022 sein Hobby zum Beruf. Nun folgt am 1. Juli der Schritt in die Selbstständigkeit: Dann startet er mit „BeeDegener – Imkerei und Honigmanufaktur“.

Wesensgemäße Haltung

Bereits im vergangenen Jahr hatte er so viel Ertrag, dass er anfing, den Honig auch zu verkaufen. So bietet er diesen in der Harpstedter Inkoop-Filiale an, war auf verschiedenen Märkten vertreten und hat seit Kurzem an der Kleinen Eßmerstraße einen Selbstbedienungsladen stehen. „Der ist gut besucht“, freut sich Bardt.

Hautflügelberater

Neben der Imkerei ist Nico Bardt seit diesem Jahr auch Hautflügelberater beim Landkreis Oldenburg. Dafür hat er eine Schulung absolviert. Bürgerinnen und Bürger, die beispielsweise ein Wespen- oder Hornissennest finden, können ihn kontaktieren. Bardt berät, ob dieses eventuell umgesiedelt oder eine andere Maßnahme vorgenommen werden muss. Weitere Infos dazu gibt es unter www.oldenburg-kreis.de unter dem Punkt „Umwelt/Abfall“ beim „Arten- und Biotopschutz“.

Ihm ist dabei vor allem wichtig, dass die Bienen wesensgemäß gehalten werden, betont er. Dazu gehört beispielsweise, dass der Honig vor dem Winter nicht komplett abgeerntet wird, sondern die Bienen sich über die kalte Jahreszeit davon ernähren können. „Wir wollen sie nicht ausbeuten.“ Wenn er von „wir“ spricht, meint er neben sich seine Verlobte Désirée Degener, die ihn unterstützt und ebenso ein Bienen-Fan ist wie er.

Viel Handarbeit

Die Unterstützung braucht er auch: Denn die Imkerei bedeutet viel Arbeit, angefangen bei der Bestellung und Pflege der Materialien über die Versorgung der Bienen bis zur Verarbeitung der Produkte. Letztere allein kostet schon viel Zeit, denn den Honig füllen Bardt und Degener per Hand in die Gläser ab, die sie ebenfalls händisch etikettieren. In diesem Jahr rechnet er mit 600 bis 2000 Gläsern. Außerdem stellen die beiden auch Met und Bienenwachskerzen her – „eine ganz schöne Fummelarbeit“, sagt Bardt schmunzelnd.

Rund um das Haus des Paares mit insgesamt vier Kindern summt es: Hier stehen überall verteilt Bienenstöcke. Waren es Anfang des Jahres vier, sind es jetzt bereits 16 Völker, von denen einige unter anderem beim Inkoop-Markt und auf Alfkens Hof in Groß Köhren stehen. Im kommenden Jahr möchte Bardt diese Zahl auf 30 ausbauen. Auch Patenschaften für Firmen wird er anbieten. So will der Imker nach und nach das Geschäft ausbauen. In diesem Jahr wird er auch erstmals gepressten Honig anbieten. „Der ist intensiver im Geschmack.“ Durch die enthaltenen Pollen sei dieser zudem auch zur Desensibilisierung bei Heuschnupfen geeignet, ergänzt Degener.

Spannende Tiere

Mit verschiedenen Behausungen für die Bienen experimentiert Bardt ebenfalls, um herauszufinden, was für die Tiere und ihn selbst am besten ist. „Das Arbeiten mit Bienen ist einfach spannend“, fasst er seine Begeisterung zusammen. Natürlich trage man als Imker auch den einen oder anderen Stich davon, „aber wenn die Biene sticht, ist es meistens die eigene Schuld“.

Jana Budde
Jana Budde Redaktion Wildeshausen
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