Hude - „Lege das Ruder erst dann nieder, wenn das Boot an Land ist“, sagt ein Sprichwort aus dem westafrikanischen Gabun. Wolfram Hartrampf hat das Ruder aus der Hand gelegt. Er ist am Dienstag im Alter von 63 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Er wusste, dass das Boot an Land ist: Das von ihm mit initiierte „Kinderhaus Frieda“ in Lomé, Togos Hauptstadt, das ihm so sehr am Herzen lag, steht auf sicheren Füßen und gibt 24 Aidswaisen eine Zukunft.

Wer kannte in Hude nicht „Harti“, wie er von vielen Schülergenerationen genannt wurde? Seit 1980 war er Lehrer in Hude gewesen. Nico Rettcher, Rektor der Peter-Ustinov-Schule, und seine Vorgängerin Gertrud Köbsch verlieren in Wolfram Hartrampf nicht nur einen unkonventionellen Kollegen, sondern einen guten Freund. Hartrampf glaubte unbeirrbar an das Gute im Menschen – die Voraussetzung für einen erfolgreichen Pädagogen. Besonders bekannt wurde er durch den Tiergarten der Orientierungsstufe Hohelucht, in dem er 15 Jahre Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner, Tauben, Gänse und Ziegen mit Hilfe von Schülern und Eltern betreute. Sein „grüner Daumen“ war legendär. Pflanzen gediehen bei seiner Fürsorge drinnen wie draußen. Gleiches gilt auch für die Menschen in seinem Umfeld – sowohl in der Klasse als auch privat. Die Fähigkeit, in den Menschen die positiven Eigenschaften zu sehen, herauszuarbeiten und zu stärken, sei eine seiner Gaben gewesen, sagen Rettcher und Köbsch. Bei Schülern auch über deren Schulzeit hinaus.

Hartrampfs Spuren finden sich an vielen Stellen in der Gemeinde. So sorgte er mit seinen Schülern für optische Verschönerungen an den beiden Schulstandorten, im Freibad und im Bahnhofstunnel.

Vorurteile waren Wolfram Hartrampf fremd – vielleicht war das auch die Ursache für sein breitgefächertes Engagement. So engagierte er sich in der Zusammenarbeit mit der Förderschule Hude, organisierte Abendveranstaltungen für Jugendliche im Kulturhof, gab ehrenamtlich Nachhilfeunterricht, machte sich seit 1996 als SPD-Ratsherr für die Dinge, die ihm wichtig waren, stark. Als Kirchenratsmitglied lag ihm Ökumene am Herzen.

Hartrampf hinterlässt Ehefrau Jutta und zwei erwachsene Kinder.