Er ist ein aufstrebender Stern in der Welt der Elektro-Musik: der 22-jährige DJ Merlin Janowsky. Sein Remix des 90er-Hits „All That She Wants“ steuert auf eine Million Streams zu. Im Interview spricht der gebürtige Harpstedter über das Arbeiten in der Corona-Krise und seine Karriere-Pläne.
Herr Janowsky, wie erleben Sie als Nachwuchs-Musiker die Corona-Krise?
Merlin JanowskyEigentlich sollte es im vergangenen Jahr losgehen, dass ich durch die Clubs toure, ein bisschen auflege und meinen Namen in die Umgebung bringe. Das fällt komplett weg. Aber meine Hauptstärke geht dadurch nicht verloren. Die meiste Zeit verbringe ich bei mir im Studio. Ich habe jetzt schon einige weitere Song-Demos, von denen ich weiß: Wir werden die irgendwann veröffentlichen. Aber die Fertigstellung dauert wegen Corona länger als ich gerne hätte, weil die Studios geschlossen sind. Bei meinen ersten beiden Songs war es fast ein Jahr.
Merlin Janowsky ist 22 Jahre alt und wohnt in Bremen. Geboren und aufgewachsen ist er in Harpstedt. Er hat Gitarre und Klavier gelernt und ist Absolvent der Akademie „Deutsche Pop“ in Bremen. Aktuell studiert er an der Universität Bremen Musikwissenschaften sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften.
Janowskys Remix des 90er-Hits „All That She Wants“ der Band „Ace of Base“ wurde inzwischen mehr als 965 000 Mal gestreamt. Sein erster eigener Song „This Ain’t What You Wanted“, zu dem es auch ein Musikvideo gibt, zählt mehr als 52 000 Streams. Beide schafften es in die deutschen ITunes-Charts. Janowsky hat einen Künstlervertrag beim Hamburger Label „Unltd Recordings“ von Ingo Hauss und Hayo Lewerentz.
Sie studieren Musikwissenschaften an der Universität Bremen. Wie gut funktioniert das zusammen mit Ihrer beginnenden Karriere?
JanowskyIch muss schon sagen, manchmal wächst mir das über den Kopf. Zwei Vollzeitsachen nebeneinander sind schon ein bisschen viel. Mein Fokus liegt auf der Musik, die ich selber mache. Das Studium mache ich, um etwas anderes in der Hinterhand zu haben. Es ergänzt sich gut und macht Spaß. Es inspiriert mich auch für meine eigenen Musikprojekte. Zum Beispiel gibt es eine Oper aus dem Barock, die finde ich total genial, da möchte ich was rausziehen.
Wie sind Sie zur Musik gekommen?
JanowskyIch habe mit sechs Jahren mit Gitarrenunterricht begonnen. Das ging dann, bis ich vierzehn war. Dann kam so eine klassische bockige Teenager-Phase, in der ich nicht mehr wollte. Mit 17 hab ich mir einmal beim Joggen gedacht: Wie cool wäre es, wenn dieser Song jetzt nicht von Calvin Harris oder David Guetta wäre, sondern von mir. Also habe ich mir einen Laptop und Software gekauft und angefangen.
Was ist Ihr langfristiges Ziel?
JanowskyWeiter meine Songs schreiben und veröffentlichen, Publikum vergrößern. Und natürlich dann komplett davon leben. Mein Manager möchte mich auch noch bei einem größeren Label unterbringen. Nachdem mein erster Song auf eine Million Streams zugeht, stehen die Chancen ja vielleicht nicht schlecht.
Das heißt, Sie wollen noch hoch hinaus?
JanowskyAuf jeden Fall. Aber ich bin realistisch und weiß, dass es auch nicht klappen kann. Deswegen möchte ich mein Studium abschließen. Aber wer nicht träumt, hat schon verloren.
Worauf kommt es bei einer Musiker-Karriere an?
JanowskySich breit aufstellen in der Branche, nicht nur auf eine Sache fokussieren. Nicht nur Klavier oder Gitarre lernen, sondern auch die Theorie dahinter und netzwerken, offen auf Leute zugehen. Man muss sich schon hinsetzen und echt arbeiten. Aber man darf dabei die Leidenschaft nicht verlieren.
