Wildeshausen - Den Erhalt der Gebäude hatte der Unternehmer Rolf Hilchner angekündigt, als er Ende 2022 die einstige Lohgerberei Benecke mit den drei dazugehörigen Häusern an der Huntestraße in Wildeshausen erwarb. Knapp eineinhalb Jahre später muss der Investor, der aus dem so lange im Dornröschenschlaf befindlichen Areal ein quirliges Stadtquartier machen will, sich und der Öffentlichkeit eingestehen, dass es nicht ohne Abriss geht. Der Stadtentwicklungsausschuss befasst sich an diesem Donnerstag mit einer Bauvoranfrage zum Rückbau und Neubau der vorderen Häuserzeile in der Huntestraße 34 bis 38.
Er hätte einen Abriss gern vermeiden wollen, sagt Hilchner, „aber es geht nicht.“ Nachdem die Gebäude entkernt worden sind, habe ein Gutachter die Substanz unter die Lupe genommen.
Holzwurm
Das Ergebnis: Die Häuserzeile an der Huntestraße sei nicht zu halten. „Da vorne ist alles zersetzt vom Holzwurm und anderen Beschädigungen“, erklärt Hilchner. Erschwert würde ein Erhalt außerdem noch durch hohe Brandschutzauflagen. Die Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz, ein Abriss wäre daher zulässig.
Auch für die die Stadtverwaltung geht aus der Bauvoranfrage hervor, dass „die vorhandene Bausubstanz abgängig und derart schlecht beschaffen ist, dass eine Renovierung oder ein Umbau nicht möglich und unwirtschaftlich wäre.“ Wie es in der Vorlage weiter heißt, befürwortet die Verwaltung das Vorhaben „mit Blick auf die Weiterentwicklung des Tourismus-Schwerpunktes und dem damit einhergehenden Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten.“
Passend zum Stadtbild
Denn Rolf Hilchner will in den neu entstehenden Häusern an der Huntestraße ein Stadthotel mit 24 Zimmern einrichten. Pläne für ein Hotel hatte er schon kurz nach dem Kauf der Gerberei angekündigt, nun wird das Projekt aber größer ausfallen als zunächst vorgesehen. Hilchner erwartet „eine Bereicherung für die Huntestraße“. Auch optisch: Die neu zu errichtenden Häuser würden miteinander verbunden sein, aber wieder drei Giebel zur Huntestraße hin aufweisen und sich damit dem historischen Stadtbild anpassen. „Das sieht dann weiterhin aus, als wären es drei Häuser“, sagt der Investor, der „die Stadt und die Bürger mitnehmen“ möchte bei seinem Projekt. Deshalb plant Hilchner demnächst erneut eine öffentliche Vorstellung der Pläne im Lili-Servicekino.
