Wildeshausen - 2911 Schützen und Musiker marschieren am Pfingstdienstag in Wildeshausen beim Gildefest-Comeback nach der Corona-Pause aus – etwa so viele wie in den letzten Jahren, in denen das Traditionsfest gefeiert wurde. Einen Rekord stellt derweil die Zahl von 206 neuen Rekruten auf – viele von ihnen hatten zwei Jahre darauf warten müssen, in die Gilde aufgenommen zu werden.

Beim Königsschießen setzt Timo Poppe derweil seine Familientradition fort: Nach Großvater Hans (im Jahr 1932), Vater Heino (1988) und Bruder Jan (2014) schießt der Geschäftsführer aus Wildeshausen im Juni 2022 den Papagoy ab. Insgesamt versuchen 40 Gilde-Mitglieder im Krandel ihr Glück. Wie es sich anfühlt, Schützenkönig zu sein, weiß Andreas Tonn. Der Schlachtermeister aus Wildeshausen setzte sich 2017 gegen die Konkurrenz durch. Fünf Jahre später wird er 2022 der jubelnden Menschenmenge von General und Oberst auf der Rathaus-Empore als Schaffer vorgestellt.

Während Tausende Besucher den Ausmarsch und das Königsschießen am Dienstag bei strahlendem Sonnenschein verfolgen, fällt der Gildefest-Auftakt am Sonntagabend zunächst ins Wasser. Beim Großen Zapfenstreich des Musikkorps Wittekind und des Spielmannszugs Wildeshausen harren die Zuschauer mit Schirmen und Regenponchos aus – um nach 23 Uhr das imposante Feuerwerk zu sehen.

Beim Kinderschützenfest schießt Lennard Wulf aus Colnrade den Vogel ab und setzt sich gegen 25 Jungen durch. Mit Königin Franziska Pleus an seiner Seite marschiert der Sieger des Schießens zusammen mit Gildemitgliedern und Musikzügen vom Krandel in die Innenstadt, wo das Fest mit dem Kinderkönigsball auf dem Gildeplatz endet.