Wardenburg - Das Jakobskreuzkraut ist meist ein ungern gesehener Gast im Garten. Es hat zwar eine hübsche Blüte – jedoch soll das Kraut hochgiftig sein. Kommt es zum Verzehr, kann es sogar tödlich enden. In Wardenburg breitet sich das Jakobskreuzkraut derzeit aus. Auch auf einer Fläche am Sperberweg.
Dort wohnt Sabine Sterban. „Ich habe durch einen NWZ-Artikel erfahren, dass die Pflanze giftig ist“, sagt sie im Gespräch. Pflanzenexpertin Manuela Kieler wurde in dem Bericht zitiert: „Schon geringe Mengen dieser giftigen Pflanze können zu Leberschäden führen. Vor allem Weidetiere wie Pferde, Schafe und Kühe sind bedroht, wenn sie die Pflanze getrocknet oder als siliertes Futter fressen“, so die pharmazeutisch-technische Assistentin, die Kräuterwanderungen in Wardenburg anbietet.
Bei Sabine Sterban läuteten die Alarmglocken, als sie die Warnung der Pflanzenexpertin las. „Ich habe selbst gesundheitliche Probleme mit der Leber“, sagt Sterban. Nun sorge sie sich um ihre eigene Gesundheit, aber auch um die der Tiere und Kinder in der Umgebung. „Kinder pflücken das ab, die wissen ja nicht, dass es giftig ist“, sagt sie.
Tiere im Garten
„Und Rehe hatten wir auch schon einige im Garten“, fügt sie hinzu. Der Ursprung ihrer Leber-Probleme sei nie ganz aufgeklärt worden. Dennoch sei es Spekulation, eine Verbindung zum Jakobskreuzkraut herzustellen.
Dennoch reagierte Sterban nach dem Artikel: Sie kontaktierte die Gemeinde. Doch der sind mehr oder weniger die Hände gebunden. „Der betreffende Grundstückseigentümer wurde informiert und gebeten, zu handeln. Eine weitere Handhabe gibt es seitens der Gemeinde nicht“, teilt die Verwaltung mit. In diesem Zusammenhang wird allerdings noch einmal darauf hingewiesen: „Das Jakobskreuzkraut ist tatsächlich nicht ungefährlich. Allerdings nur, wenn es verzehrt wird.“
In einem Merkblatt zur Eindämmung des Jakobskreuzkrautes, welches laut Verwaltung mit allen betreffenden Behörden abgestimmt ist, heißt es: „Auf öffentlichen Grünflächen kann eine örtliche Bekämpfung im Einzelfall sinnvoll sein, wenn durch die unmittelbare Nähe zu Weideflächen eine Übertragung stattfindet oder zu befürchten ist.“ Die Anordnung von Maßnahmen gegen eine heimische Pflanzenart muss demnach von den zuständigen Behörden vor Ort entschieden werden. Auf privaten Flächen ist es Sache der Eigentümer.
Bitterer Geschmack
Eine andere Meinung vertritt der Nabu Schleswig-Holstein. Auf seiner Internetseite steht der Bericht: „Panikmache auf breiter Front – Irrationale Debatte um Jakobskreuzkraut“. Darin heißt es unter anderem, dass die Pflanze zwar giftig sei, aber von den meisten Tieren aufgrund des bitteren Geschmacks verschmäht werde. Der Artikel stammt aus dem Jahr 2016.
