Horst - „Diesen Wollpulli vom Eröffnungstag habe ich immer noch. Richtig oll ist der inzwischen“. Nina Verena Müller lacht. Was vor 20 Jahren in Mode war, taugt jetzt höchstens noch zum Stallausmisten. Die Zeiten ändern sich. Damals schien Jugendarbeit auch nicht sonderlich gefragt zu sein: „Wer braucht denn sowas, wollten die Leute wissen“, erinnert sie sich. Inzwischen fragt keiner mehr.
Im Laufe von zwei Jahrzehnten hat sich der Jugendraum Horst zur festen Größe in der Gemeinde entwickelt. Kinder sind hier groß geworden. Das Konzept ist über sich hinausgewachsen. Mit einem bunten Jubiläumsfest feierten Mitarbeiter, kleine Stammgäste, Eltern, Freunde und Kollegen aus den Einrichtungen der Nachbarorte am Freitagnachmittag zusammen Geburtstag. Kaffee, Kuchen, Würstchen, Bastelaktionen, Altbewährtes wie Fußball und Billard und Brandneues wie Seiltanz und Feuerspucken sorgten für jede Menge begeisterte Gesichter.
Neben dem Oldenburger Mitmachzirkus „Radieschen“, dessen vier Artisten nach umjubelter Vorstellung Nachhilfe in Sachen Artistik gaben, war auch die Gemeinde Jugendpflegerin Hille Krenz zu Gast. Glücklicher- und nicht ganz zufälligerweise nämlich, fiel der runde Geburtstag auf den Abschlusstag der Aktionswoche Junge Ganter. Und die hat sich gemausert: mehr als hundert Jungen und Mädchen strömten zu den Bastel-, Koch- und Sportangeboten. „Den krönenden Abschluss setzt jetzt die große Party am Ende“, sagt Hille Krenz und philosophiert: „Wir machen weiter – junge Ganter wird es immer geben.“
Auch das reifere Federvieh ließ sich die Feier nicht entgehen: Viele einstige Jugendzentrums-Besucher hatten sich zum gratulieren angemeldet. Mitarbeiterin Nina Verena Müller, die seit Anfang an dabei ist, kann sich noch an jeden von ihnen erinnern. „Damals haben wir ganz einfach angefangen – wir hatten ja nix“, sagt sie augenzwinkernd. Mittlerweile gibt es auf dem Gelände sogar eine Skateboard-Anlage.
Ihren alten Fusselpulli wird Nina Verena Müller trotzdem behalten. Nostalgie kommt eben nicht aus der Mode.
