Vor der Bundestagswahl am 26. September hat die NWZ Fragen an die Direktkandidaten im Wahlkreis 28 (Delmenhorst/Wesermarsch/Oldenburg-Land) geschickt. Heute antwortet Thomas Michael Rappers von der Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR).

Was hat Sie in die Politik gezogen und warum haben Sie sich für Ihre Partei entschieden?

Rappers Nach 43 Berufsjahren und drei Berufsabschlüssen kritisiere ich viele politische Entscheidungen, welche offenbar aus ideologischer Betrachtung getroffen werden. Zudem bin ich gegen ein Berufspolitikertum. Ich sehe die politische Arbeit in der Tat als „von den Bürgern abgeordnet und auf Zeit beauftragt“. Mir fehlt an vielen Stellen der aus meiner Sicht dringende berufliche Zusammenhang zu Posten und Ministerien. Das möchte ich ändern.

Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer politischen Arbeit bzw. Ihre besonderen Interessen?

Rappers Als Unternehmer stelle ich mit Erschrecken fest, wie durch politische Fehleinschätzungen ganze Wirtschaftsbereiche erhebliche Störungen in den Lieferketten mit massiven Einschränkungen hinnehmen müssen. Ich befürchte, dass energiepolitische Entscheidungen Blackouts immer wahrscheinlicher werden lassen. Als Industrienation sind wir auf sichere Grundlastversorgung angewiesen. Die Energieversorgung vorrangig durch so genannte erneuerbare Energien sicherstellen zu wollen, ist aus meiner Sicht reine Utopie und technisch nicht machbar.

Zur Person

Thomas Michael Rappers ist 59 Jahre alt und wohnt in Prinzhöfte (Samtgemeinde Harpstedt). Er ist verheiratet und hat drei Töchter sowie zwei Enkeltöchter. Als Selbstständiger ist er im Bereich Maschinenbau beruflich tätig. Zu seinen Hobbys zählen die Imkerei sowie die eigenen Pferde und Ponys.

Politische Funktionen oder Mandate hatte Rappers bislang nicht. Er gehört zum Vorstand im Kreisverband Ammerland der Liberal-Konservativen Reformer. Auf deren Liste zur Bundestagswahl steht er auf Platz 7.

Welche Aufgabe oder welches Problem würden Sie im Bundestag in der nächsten Wahlperiode zuerst angehen?

Rappers Die Krisen der letzten Zeit, Covid als auch die Überschwemmungen im Juli, haben deutlich gezeigt, dass es im Bereich Katastrophenschutz sehr viel zu tun gibt. Offenbar ist unser Land überhaupt nicht auf derartige Katastrophen vorbereitet. Es gilt, den Katastrophenschutz komplett auf den Prüfstand zu stellen und neu auszurichten. Auch gilt es, unsere Bürger wieder stärker mit einzubinden, denn sie kennen die möglichen Schwachstellen vor Ort.

Was ist in Ihrem Wahlkreis die größte Herausforderung und wie können Sie zu einer Verbesserung oder Lösung beitragen?

Rappers Ich bin der Meinung, dass es nicht DIE größte Herausforderung gibt, da viele Dinge miteinander verzahnt sind. Stichwort Digitalisierung, wir hinken in der Infrastruktur der Glasfasertechnik immer noch hinterher, haben im mobilen Netz weiterhin Funklöcher. Die Infrastruktur in den Schulen ist meilenweit von einer durchgängig sicheren digitalen Anbindung entfernt. Um gute, zukunftsweisende Ausbildung in Schule und Beruf zu gewährleisten, müssen wir in diese Infrastruktur investieren. Da nicht alles über Steuergelder zu finanzieren ist, wäre mein Ansatz die Industrie und Wirtschaft in diese Problematik einzubinden. Gute Schulausbildung sichert letztendlich auch gut vorbereitete Berufsanfänger und spätere Fachkräfte.

Die derzeitigen Umfrageergebnisse lassen eine ganze Reihe möglicher Koalitionen zu. Welche erwarten Sie und welche wünschen Sie sich?

Rappers Politik hält immer Überraschungen bereit, so dass Erwartungen immer nur spekulativ sind. Mit den Aufgabenstellungen, welche vor uns liegen, wünsche mir eine konservative, Werte erhaltende Politik der Zuverlässigkeit mit Blick auf unbedingter Treue zum Grundgesetz.

Wo in Ihrem Wahlkreis halten Sie sich am liebsten auf? Warum ist das Ihr Lieblingsplatz?

Rappers Das Oldenburger Land, die Wesermarsch haben so viele wunderbare Facetten und Landschaften, die zum Pausieren und Wohlfühlen einladen, dass es, abgesehen vom eigenen Zuhause, keinen Lieblingsplatz gibt.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)