Tungeln - Der SV Tungeln ist den meisten als Fußballverein ein Begriff. Viele wissen gar nicht: die Fußballsparte hat eine „kleine Schwester“, die Kanuabteilung. Und diese mausert sich von Jahr zu Jahr zu einem ansehnlichen „Familienmitglied“. Von den rund 440 Mitgliedern des Vereins ziehen dem Fußball mittlerweile 70 das Paddel als Sportgerät vor. „Wir stellen fest: Die Menschen drängt es immer mehr in die Natur“, sagt Kanu-Abteilungsleiter Mischa Braun.
1996 gegründet
Und weil die Abteilung seit ihrer Gründung im Jahr 1996 stetig wächst, nahm der Verein in jüngster Vergangenheit einige Investitionen vor, die dem Wohlbefinden und dem Training der Wassersportler dienlich sind. So wurde unter anderem im Bootshaus eine alte Kühlung entfernt, um mehr Platz für das Lagern von Booten zu schaffen. Ein neues Terrassendach mit einsetzbaren Seitenwänden bietet nun Schutz bei Sommer- und Winterveranstaltungen. Ausgetauscht wurden die Küchenstühle und es wurde ein neues Vereinsboot angeschafft.
Trainiert wird am Bootshaus der Kanuabteilung des SV Tungeln jeden Mittwoch ab 18 Uhr (Leistungsgruppe) und donnerstags ab 17 Uhr. Im Winter wird auch schon mal im Wardenburger Hallenbad geübt. Die Mitglieder zahlen derzeit einen Monatsbeitrag von 10 Euro. Es müssen außerdem Arbeitsstunden geleistet werden.
Dass das alles ermöglicht werden konnte, dazu trug die LzO Stiftung Wildeshauser Geest mit einer Spende von 3000 Euro bei. Vorsitzender des Stiftungsrates Jörg Niemann, Leiter Privatkundengeschäft LzO Regionaldirektion Wildeshauser Geest, brachte den Vereinsverantwortlichen einen symbolischen Scheck vorbei. Begleitet wurde er von der Kreistagsabgeordneten und neuem Stiftungsrat-Mitglied, Astrid Grotelüschen, sowie von Stefan Dähne, Leiter der LzO-Filiale in Wardenburg. Sie ließen sich von Mischa Braun, seinem Stellvertreter Torsten Bischoff und von Vorstandsmitglied Jörg Baumann durch das Bootshaus hinterm Hunte-Deich in Tungeln führen und in die Entwicklungsgeschichte der Kanuabteilung einweihen.
Auch Seepaddeln
„Wir sind Wanderkanuten im Alter zwischen 25 und 80 Jahren“, sagte Braun. Das heißt, die Kanuten sind nicht nur auf der heimischen Hunte unterwegs, sondern auf vielen Flüssen und Seen in ganz Deutschland. „Immer beliebter wird auch das Seepaddeln vorwiegend auf der Ostsee. Dafür haben wir jetzt auch einen Trainer“, so der Abteilungsleiter stolz. Darüber hinaus werden viele Gemeinschaftsfahrten mit anderen Vereinen unternommen wie die 3-Lichter-Fahrt an jedem dritten Advent.
Einige Mitglieder beteiligten sich auch an Wettbewerben, bei denen eine Saison lang verschiedene Kriterien erfüllt werden müssten. So erreichten In der Saison 2021/2022 die Wanderfahrer des SV Tungeln auf Landesebene sogar den 2. Platz.
Eine eigene Jugendabteilung für Kanuten kann der SV Tungeln nicht bieten. „Wir machen dafür mehr Familienpaddeln und hoffen so, dass junge Mitglieder nachkommen.“ Aber zur Zeit sei die Anzahl der Anfragen ohnehin ausreichend.
