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Selbstvermarktung in Grüppenbühren Vom Kartoffelhof direkt zum Abnehmer

Grüppenbühren - Landwirte müssen offen sein für neue (Vertriebs-)Wege, um in der Zukunft bestehen zu können. Das wurde überdeutlich, als Friedhelm Blankemeyer jetzt CDU-Ratsherr und Bürgermeisterkandidat Ralf Wessel zusammen mit weiteren Vertretern der Ganderkeseer CDU-Fraktion über seinen Hof in Grüppenbühren führte.

Wo seine Eltern noch einen klassischen landwirtschaftlichen Mischbetrieb unterhielten, konzentrieren sich Friedhelm Blankemeyer und Ehefrau Karin heute voll auf die Produktion von Kartoffeln, Getreide und die Rapssaatvermehrung. Dass sie jetzt auch Obstbäume pflanzen wollen, hat mit dem jüngsten Standbein des Hofs zu tun: Tochter Rena Sprenger möchte in ihrem Hofladen irgendwann Marmeladen aus eigenen Früchten anbieten.

In sieben Inkoop-Filialen

Im September vorigen Jahres hat sie „Blankemeyer’s Tuffel“ zusammen mit ihrem Mann eröffnet. Im Angebot sind ausschließlich Produkte von regionalen und sogar benachbarten Erzeugern – und natürlich die Kartoffeln vom Hof Blankemeyer. Neben der Selbstvermarktung liefert der Betrieb seine Erzeugnisse auch an Wiederverkäufer, darunter Raiffeisenmärkte und sieben Inkoop-Filialen.

Dort sind die Kartoffeln aus Grüppenbühren extrem beliebt: „Wir beliefern Inkoop an sechs Tagen pro Woche, manchmal sogar mehrmals täglich“, berichtete Friedhelm Blankemeyer. Weggebrochen ist unterdessen die Gastronomie als Abnehmer. Rund zehn Prozent des Umsatzes würden so seit Pandemie-Beginn fehlen, überschlug der Landwirt. Aber auch schon vorher sei es immer schwieriger geworden, die Kartoffel an den Gastronomen zu bringen.

Gastronomie bricht weg

„Die wollen nur noch geschälte Kartoffeln, weil niemand mehr Lust hat, selbst zu schälen“, so Blankemeyer. Sogar ein Abnehmer aus der Spitzengastronomie sei ihm aus diesem Grund abgesprungen. Und selbst geschälte Ware anzubieten, dafür besitzt Familie Blankemeyer ganz einfach nicht genügend personelle Kapazitäten.

Insgesamt 100 Hektar Fläche bewirtschaftet die Familie, auf 15 Hektar baut sie zehn Kartoffelsorten an. Etwa 300 bis 800 Zentner pro Hektar würden zwischen Juli und September geerntet. Dafür setzen Blankemeyers einen Vollernter ein, doch sortiert werden die Kartoffeln nach wie vor von Hand.

Von der Kommunalpolitik wünschen sich Friedhelm und Karin Blankemeyer vor allem eine Verkehrsinfrastruktur, die es ihnen ermöglicht, ihre Erzeugnisse schnell zu den Abnehmern bringen zu können. Manche Gemeindestraßen seien in einem sehr schlechten Zustand und insbesondere auf dem Weg nach Ganderkesee würden sie durch zu viele Ampelkreuzungen ausgebremst. „Wir haben hier ein absolutes Verkehrsproblem!“, sagte Friedhelm Blankemeyer.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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