Mit Königsproklamationen kennt er sich aus: Heino Brackhahn, Präsident des Ganderkeseer Schützenbundes, erlebt im Laufe einer Saison so ziemlich jedes Schützenfest in der Gemeinde persönlich mit – kein Wunder also, dass er die eigene Zeremonie beim Bundesschützenfest am vergangenen Sonntag in Grüppenbühren höchst souverän und zügig abwickelte. Brackhahn verriet schon den nächsten Sieger, wenn der vorherige noch auf der Bühne dekoriert wurde – eine straffe Inszenierung, die nicht nur den anwesenden Pressevertretern gefiel. Nur einmal nahm der Präsident sich ein bisschen mehr Zeit: Um Damenkönigin Doris Leuthner aus Annenheide zu gratulieren, bemühte er sich doch noch vom Podest herunter, ging der neuen Majestät entgegen und umarmte sie auf das Herzlichste – eben ein Kavalier der alten Schule.
F
Ein noch viel älterer Kavalier ist Johannes Heesters. Der Nestor der gepflegten musikalischen Unterhaltung hatte am Sonnabend einen viel beachteten Auftritt beim „Ball des Weines“ in Wiesbaden – und dazu leistete ein Ganderkeseer Unternehmen einen nicht unwesentlichen Beitrag: Die Busch & Partner Medienberatung der Brüder Holger und Thorsten Busch hatte den 102-Jährigen als Stargast in die hessische Hauptstadt vermittelt. Thorsten Busch, der Heesters von früherer Zusammenarbeit schon kannte, übernahm auch die Betreuung des Künstlers vor Ort: Er chauffierte den Sänger und dessen Ehefrau Simone Rethel vom
Hotel zum Wiesbadener Kurhaus und zurück und geleitete den stark sehbehinderten Star auch zur Bühne, wo der unverwüstliche Entertainer statt der geplanten 20 Minuten fast eine Stunde lang das Programm bestritt und hinterher mit Ovationen gefeiert wurde.
F
Fast 100 Jahre jünger als der Star des Abends in Wiesbaden waren am Sonntag die kleinen Stars in Ganderkesee: Beim Ganter-Cup am Immerweg kämpften die Nachwuchsfußballer aus der Gemeinde – allesamt unter dem Namen von WM-Teilnehmerländern – um Pokale und Preise. Dieser Wettbewerb ging zurück auf eine Idee von Bürgermeister Gerold Sprung, der gut zweieinhalb Wochen vor dem Anpfiff des WM-Eröffnungsspiels die Vorfreude auf das Ereignis auch in der Gemeinde Ganderkesee noch ein bisschen mehr anfachen wollte – und sich dann als Beobachter am Spielfeld an fußballerische Erlebnisse aus der eigenen Kindheit erinnerte. „Wir hatten nicht mal Trikots“, gestand er, „aber viel Kondition.“ Die bewies der junge Sprung später auch bei den Feldhandballern der Turnerschaft Hoykenkamp, mit denen er bis in die damals höchste Spielklasse vorstieß.
F
Kondition zeigte beim Ganter-Cup neben den kickenden Kindern und mitfiebernden Eltern aber auch Friedrich Rohlfs: Der Fachbereichsleiter für Soziales und Gesellschaft stand den ganzen Tag am Mikrofon, sagte die Spielpaarungen an und gab die Ergebnisse durch. Die Gemeindeverwaltung, die auch mit Werner Bruns und Kerstin Kreye in der Turnierleitung an vorderster Stelle im Einsatz war, stellte am Immerweg eindeutig ihre kämpferischen Qualitäten unter Beweis.
