Hude - Die bislang fehlende, öffentlich zugängliche Toilette am Huder Bahnhof hat in der Vergangenheit schon für viel Diskussionsstoff gesorgt, war sogar schon Thema eines satirischen, bundesweiten Fernsehbeitrags. Katastrophal sind die Zustände, gerade auch, wenn gestrandete Bahnkunden aufgrund von Zugausfällen auf die Ersatzbusse warten müssen. Eine kleine Lösung ist aber jetzt immerhin in Sicht: Das bislang nur mit einem Schlüssel für Berechtigte zugängliche Behinderten-WC am Bahnhof Nord wird derzeit von einer beauftragten Sanitätsfirma umgebaut. Eine Eröffnung werde im ersten Quartal angepeilt, sagte Bürgermeister Jörg Skatulla in einer Online-Bürgerkonferenz auf entsprechende Nachfragen.
Laut Skatulla soll das WC dann tagsüber – zum Beispiel in einem Zeitfenster von 7 bis 19 Uhr – für alle geöffnet sein, in der Nacht werde man es schließen, um dem Vandalismus vorzubeugen. Die Ausstattung der Toilettenanlage werde darüber hinaus möglichst Vandalismus-sicher erfolgen. Das sei zwar die teurere, aber dafür die bessere Variante, so Skatulla gegenüber der NWZ.
Und Hude-Süd?
Die öffentliche Toilette auf der Nordseite ist immerhin ein kleiner Schritt, um die Situation am Huder Bahnhof zu verbessern. „Das WC wird auf der Nordseite gebaut. Das ist auch gut so und und zu 100 Prozent wichtig! Aber der Schienenersatzverkehr ist auf der Südseite! Dazu kommt dann die Frage? Was ist mit Fahrgästen ab 19 Uhr?“, äußerte sich ein Huder Leser zu der jetzigen Toilettenplanung.
Planungsauftrag
Das Umfeld des Bahnhofs im Bereich Hude-Süd soll jetzt mithilfe von Fördermitteln aus dem Programm „Stadt und Land“ angepackt werden. Der Verwaltungsausschuss hat mittlerweile den für die weiteren Schritte notwendigen Planungsauftrag an die Planungsgesellschaft VerkehrsBau mbH aus Hannover vergeben. Die Planer werden jetzt detaillierte Entwürfe auf Grundlage bisheriger Ideenskizzen erarbeiten. Eine Toiletten-Anlage in Hude-Süd kommt darin nicht vor. Der Grund: Die Fördermittel aus dem Programm „Stadt und Land“ sind in erster Linie für die Verbesserung der Situation für den Fahrradverkehr vorgesehen. Eine Idee sind zum Beispiel zusätzliche doppelstöckige Fahrradparkplätze, davon 160 auch in einem abschließbaren „Fahrradkäfig“. Auch die Verkehrssituation im Bahnhofsbereich der Hohen Straße soll radfahrerfreundlicher umgestaltet werden. 80 Prozent Zuschuss gibt es für förderfähige Maßnahmen. Sobald konkretere Pläne vorlägen, werde man sie öffentlich vorstellen, so Bürgermeister Skatulla.
