Düngstrup/Harpstedt - Mit dem Fahrrad oder Auto kommt man im Landkreis Oldenburg an verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben vorbei. „Aber man weiß nichts über die Höfe“, sagt Wencke Siemers. Um den Passanten nähere Informationen zu bieten, gibt es die Fahrradroute „Kiek in’t Land“, erklärt die Pressesprecherin des Kreislandvolkverbandes Oldenburg. Am Sonntag sind die letzten beiden von insgesamt acht Rundkursen eingeweiht worden. Somit hat nun jede der acht Gemeinden im Landkreis Oldenburg einen Rundkurs, der mit dem Fahrrad abgefahren werden kann.
Beginn vor sechs Jahren
Vor sechs Jahren sei das Projekt noch gemeinsam mit ihrer Vorgängerin Thale Meyer ins Leben gerufen worden, erinnerte Siemers am Dörphus in Düngstrup im Beisein von knapp 30 Personen – mehr, als sich angemeldet hatten, freute sie sich am Sonntagmorgen. Dort wurde der 38 Kilometer lange Rundkurs durch Wildeshausen eröffnet. Um den Rundkurs entlangzufahren, folgen die Fahrerinnen und Fahrer den Nummern des Knotenpunktsystems, das vom Naturpark Wildeshauser Geest eingerichtet worden war.
Auf den Routen finden sie Infostationen zu landwirtschaftlichen Themen: Am Dörphus in Düngstrup sind das zum Beispiel Ackerbau, Erneuerbare Energien, Tierhaltung und Dienstleistungen. An der Ausarbeitung des Schildes war unter anderem Andreas Debbeler beteiligt. Insgesamt gibt es auf der Route sechs Tafeln, „aber wir sind noch in der Erweiterung“, ergänzte Siemers.
Wer einen Hof besuchen möchte, wendet sich entweder an das Kreislandvolk, informiert Wencke Siemers, oder an die Gästeführer vor Ort. In dem Zusammenhang weist Bernhard Wolff darauf hin, dass die Ländliche Erwachsenenbildung ab 28. Juni eine Gästeführer-Ausbildung anbietet. Informationen gibt es bei Karin Pieper (Tel. 04487/750 799 22) oder bei Ralf Holtz (Tel. 04487/750 799 24).
Viele Sponsoren hätten sich gefunden, die das Projekt unterstützen. Zudem würden sich die Stadt Wildeshausen und alle Gemeinden des Landkreises finanziell beteiligen – insgesamt werde das Projekt rund 100 000 Euro kosten, ergänzte Kreislandvolk-Geschäftsführer Bernhard Wolff. „Wir befinden uns aber noch in Phase eins.“ Bedeutet: Die Route soll beispielsweise noch mit Aktiv-Stationen, die das Hören und Fühlen ansprechen, erweitert werden. Zudem gebe es immer mal wieder Nachmeldungen von Betrieben, die sich beteiligen wollen.
Überhaupt sei das Problem: Viele Betriebe würden sich gern an „Kiek in’t Land“ beteiligen, lägen aber nicht an der Route, erklärte Siemers. Man sei aber dabei, dieses Manko zu beseitigen, ergänzte Wolff. „Wir sind mit dem Naturpark im Gespräch, um die Wegeführung zu verfeinern.“
Milchshakes zum Start
Passend zum Thema Landwirtschaft servierte Elke Coorßen vor Fahrtantritt Milchshakes, bevor es zum Betrieb Heiner Middelbeck in Kleinenkneten ging. Coorßen gehört zum Vorstand des Kreislandfrauenverbands – der sich ebenfalls in der Umsetzung der Route engagiert hat. Am Nachmittag wurde die Route in Harpstedt eröffnet: Dieser Rundkurs ist 51 Kilometer lang. Mehr Infos unter
