Kirchhatten - Im Zeichen eines Rückblicks auf die vergangenen drei Spielzeiten, die seit März vergangenen Jahres durch die Corona-Pandemie geprägt waren, aber noch viel mehr von zahlreichen Ehrungen stand am Montagabend der Fußball-Kreistag des NFV-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst. Mit Günter Distelrath, Vorsitzender des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), wohnte auch ein Ehrengast der knapp zweieinhalbstündigen Veranstaltung im Schützenhof Kirchhatten bei.
Für den hiesigen Kreis, der 2012 mit der Fusion der beiden Alt-Verbände Oldenburg-Land und Delmenhorst gegründet wurde, war es vierte Kreistag seit der Verschmelzung. „Wir sind gut zusammengewachsen, es ist ein gelebtes Miteinander“, resümierte Kreisvorsitzender Erich Meenken und blickte auf das „Zehnjährige“ voraus: „Nächstes Jahr haben wir Jubiläum, darauf können wir schon stolz sein. Vielleicht gelingt es uns, etwas Schönes auf die Beine zu stellen.“
Ordentliche Bilanz
Zum Ende des vergangenen Jahres gehörten 45 Vereine (31 Landkreis, 14 Delmenhorst) dem Fußballkreis an. Die insgesamt 10 369 Fußballer/innen teilen sich auf 365 Mannschaften auf, was im Vergleich zu 2018 (400 Teams) einen deutlichen Rückgang bedeutet. „Den größten Verlust hat es allerdings schon vor der Pandemie gegeben, und verglichen mit dem Landestrend siegt es bei uns auch positiver aus“, erklärte Meenken. Sowohl bei den Frauen und den Juniorinnen als auch bei den A-, B- und C-Junioren gibt es schon länger einen kreisübergreifenden Spielbetrieb mit Vechta und Cloppenburg, der gut funktioniere, so Meenken.
Als sportliche Aushängeschilder hob der Kreisvorsitzende unter anderem die A- und B-Junioren des VfL Stenum hervor, die aktuell im dritten Jahr hintereinander in der Landesliga vertreten und dort ganz vorne dabei sind.
Schöne Zahl
Selbst einen Tag vor seinem 72. Geburtstag nahm Günter Distelrath die Fahrt von Salzgitter nach Kirchhatten auf sich, um den rund 90 Anwesenden (Vereinsvertreter, Gäste sowie Kreisvorstand) eine erfreuliche Zahl aus dem NFV-Hauptquartier in Barsinghausen mitzuteilen. „Wir haben in diesem Jahr zwischen dem 15. Juni und dem 15. September 14 201 Erstausstellungen von Spielerpässen vorgenommen, das sind 5 000 mehr als beispielsweise im Jahr 2019“, sagte Distelrath. Diese Entwicklung zeige doch, wie groß der Wunsch aufs Kicken im Verein war – besonders während der Pandemie. „Die Vereine haben in dieser schwierigen Zeit alles versucht, damit das Training weiterläuft. Der Amateurfußball hat in der Pandemie gezeigt, wie stark er ist. Bundesligisten und Nationalmannschaft sind wichtig – die Basis aber auch“, betonte Distelrath. „Beide Seiten brauchen sich.“
Unschöne Zahl
Dass es auf den niedersächsischen Fußballplätzen in diesem Jahr seit Juni bereits 147 Vorfälle gab, die mit Gewalt oder Diskriminierung zusammenhängen und dem Verband gemeldet wurden, sei beunruhigend, sagte der NFV-Präsident. In Zukunft sollen hier in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Konfliktlotsen eingesetzt werden – unter anderem Marieke Brandt (Oldenburg) für die Kreise Jade-Weser-Hunte sowie Oldenburg-Land/Delmenhorst.
ERfreuliche Ehrungen
Die Ehrungen nahmen am Montag den größten Teil des Abends ein. Die Verdienstnadel für 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit erhielten Peter Bergmann, Tim Hoffmann (beide NFV-Kreis) sowie die Schiedsrichter Felix Heuer (TuS Heidkrug) und Theodor Potiyenko (FC Hude). Über die Verdienstnadel in Silber können sich Horst Krägermann (Ahlhorner SV), Hannes Krummen (VfL Stenum) und Doris Prey-Klaassen (TSV Ippener) freuen. Die Auszeichnung in Gold gab es für Helmut Riedebusch (SC Dünsen), Dieter Waje (Sf Wüsting) und Alrich Sprung (Atlas Delmenhorst). Die silberne Ehrennadel tragen nun Sven Schlickmann (Bookholzberger TB), Harald Theile (TSV Großenkneten), Jürgen Harms (SV Tungeln) – und als Vierter im Bunde Erich Meenken (Delmenhorster TB).
