Kirchhatten - Mit einem namhaften Akteur warteten die Tennis-Herren der TSG Hatten-Sandkrug am Mittwochabend zu ihrem TNB-Vereinspokalspiel gegen die Spvg Haste auf. Denn an Position eins im TSG-Team stand Tillmann Erdbories. Der ehemalige Regionalligaspieler schlug erstmals überhaupt für den Verein aus seinem Heimatort auf, gewann sein Einzel gegen Alexander Bergmann souverän (6:1, 6:4). Zum Gesamtsieg des Teams reichte es aber nicht. Nach Niederlagen von Claus Döring (1:6, 1:6) und Christian Seidl/Matti Lüers im Doppel (2:6, 1:6) stand es am Ende 1:2.
„Das war trotzdem ein schöner Abend und ein interessantes Spiel vor erstaunlich großer Kulisse. So viele Zuschauer waren ja bei unseren Regionalligaspielen im Schnitt nicht anwesend“, staunte der 25-Jährige angesichts der guten Stimmung auf der TSG-Tennisanlage in Kirchhatten. „Das spiegelt aber auch die gute Gemeinschaft im Verein wider“, ergänzte Erdbories.
Als gebürtiger Sandkruger war er in der Umgebung groß geworden. Recht schnell wechselte er für seine sportliche Leidenschaft dann allerdings auch schon vom OTB zum Oldenburger TeV, für den er zwölf Jahre aktiv war – zwei davon sogar in der 2. Bundesliga.
„Ich habe als Vierjähriger mit Tennis angefangen und hatte schon sehr früh den Traum, Profi zu werden und mal Grand-Slam-Turniere zu spielen. Ich war bereit, alles dafür zu opfern“, erinnert sich Erdbories, der als Jugendlicher sogar schon gegen Alexander Zverev gewinnen konnte.
Seinen Plan hätte er auch gerne noch umgesetzt, als er 2019 von Oldenburg zum Club zur Vahr nach Bremen wechselte. Dort wurde er allerdings durch eine Schulter-Operation schnell zurückgeworfen – zu weit, um es tatsächlich noch zum Tennisprofi zu schaffen. „Irgendwann kam der Punkt, dass es zu viel wurde und ich gemerkt habe, dass ich nicht das erreichen kann, wovon ich geträumt hatte“, blickt der 25-Jährige etwas wehmütig zurück. Das zu akzeptieren, habe zunächst etwas Zeit gekostet. „Mittlerweile ist es aber in Ordnung“, findet Erdbories.
Für den Club zur Vahr hatte er in dieser Sommersaison zunächst noch drei Partien in der Regionalliga bestritten, ehe er die weiteren Spiele aufgrund einer Coronaerkrankung verpasste. Jetzt hat Tillmann Erdbories seine aktive Laufbahn vorerst beendet, zumal ab Oktober sein zweites Studium (Soziologie und Philosophie) ansteht. Für den Einsatz bei den TSG-Herren hatte ihn übrigens Mannschaftsführer und Abteilungsleiter Christian Seidl überzeugt. „Wir standen immer in lockerem Kontakt, ab und zu habe ich auch mittrainiert“, erzählt Erdbories. Dass er und das Team gegen Haste verloren, sei schon etwas ärgerlich gewesen. „Das war Lospech, wir hatten gleich die schwerste Mannschaft als Gegner“, so Erdbories – der für die Zukunft nicht ausschließt, noch einmal bei der TSG auf dem Spielberichtsbogen zu stehen...
