Kirchseelte - Wanderern und Radfahrern dürfte die Brücke bekannt sein: Will man von Kirchseelte nach Gräfinghausen – oder in die entgegengesetzte Richtung –, führt der Weg im Naturpark Wildeshauser Geest inmitten von Feldern über eine kleine Holzbrücke über den Klosterbach. Diese stellt sogleich die natürliche Grenze zwischen den Kreisen Oldenburg und Diepholz dar. „Im Sommer ist hier viel los“, sagt Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark, während er auf die Brücke zugeht. Sie ist Teil etwa des Geestwegs, aber auch des Brückenradwegs von Osnabrück nach Bremen.
Schäden im Unterbau
Während der vergangenen Ratssitzung berichtete Stark, dass das Bauamt aus Bassum ihn angerufen habe. Die Stadt habe wieder ihre alle zwei Jahre stattfindende Brückenschau durchgeführt. Zur Erklärung: Die Brücke über den Klosterbach gehört der Gemeinde Kirchseelte, die Kosten werden aber 50 zu 50 mit Bassum geteilt. Nun habe der Gutachter ein „Fortschreiten der grundlegenden Schäden im Unterbau festgestellt“, erklärt Stark und zeigt auf die Stützen der wegen möglichen Hochwassers geschwungenen Brücke, die ebenfalls aus Holz sind. „Es gibt kein Betonfundament – die Holzpfeiler wurden einfach in den Boden gerammt“, erklärt der Bürgermeister. Aufgrund der Feuchtigkeit verrotte das Bauwerk nun. Auf Bassumer Seite wurde ein besonders maroder Teil der Stützen bereits entfernt und durch ein gemauertes Stück ersetzt, das nun die Last trägt.
Die Empfehlung des Gutachtens gehe wieder in Richtung Neubau – auch Klaus Stark ist dafür: „Eine neue Brücke muss her.“ Nun müsse über die Kostenverteilung gesprochen werden. „Die untere Grenze für eine neue Brücke liegt bei 160000 Euro“, sagt er. Anfang Dezember stehe eine Besprechung mit der Stadt Bassum an – und auch der neue Rat müsse relativ kurzfristig beraten. Ohne Fördergelder werde die Finanzierung mit Blick auf den geringen Haushalt schwierig, weiß der Bürgermeister.
Flatterband an Geländer
Die Brücke aus den 70er Jahren sei damals steil abfallend angelegt worden, sodass sie immer wieder auch von Motorradfahrern benutzt worden war, erzählt Stark. Um dies zu verhindern, wurden 2018 Stufen sowie eine Metallschiene für Radfahrer zum Schieben der Räder installiert. Damals wurde auch neues Hartholz verlegt. Mittlerweile ist die Brücke marode, am Geländer ist an zwei Stellen rot-weißes Flatterband angebracht worden. Es wackelt. Der untere Teil des Geländers ist eine Rinne. „Da steht bei Regen immer das Wasser drin – das ist auch nicht sinnvoll“, meint Stark. Dennoch: „Die Brücke ist sicher“, betont der Bürgermeister. Sie werde auch regelmäßig kontrolliert, sagt er. Es gehe nur um die längerfristige Ausrichtung. Immerhin koste die Brücke jährlich rund 5000 bis 6000 Euro Unterhalt. Der erste Vorschlag sehe Metallpfosten vor, die einbetoniert würden, sagt Stark. Oben gebe es eine ähnliche Holzkonstruktion wie aktuell.
Häufig genutzt
Eine Radfahrerin, die vorbeikommt, schiebt ihr Rad rumpelnd über die Treppen. Die Schiene sei zu nah am Geländer, sagt sie. Dennoch nutze sie die Brücke häufig. Stark weiß: „Es gibt für Fußgänger und Radfahrer auch keine Alternative.“
