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Personalsituation in Bookholzberger Kita Eltern stellen Familienfreundlichkeit der Gemeinde infrage

Die Eltern der „Grünen Gruppe“ kritisieren unter anderem, dass sie in den vergangenen Monaten mehrfach morgens an der Tür der Kita Bargup kehrtmachen mussten – mit ihren Kindern.

Die Eltern der „Grünen Gruppe“ kritisieren unter anderem, dass sie in den vergangenen Monaten mehrfach morgens an der Tür der Kita Bargup kehrtmachen mussten – mit ihren Kindern.

Karoline Schulz/Archiv

Bookholzberg - Was tun, wenn erst an der Tür zum Kindergarten klar wird, dass an diesem Tag keine Betreuung möglich ist? – Eltern der kommunalen Kita Bargup in Bookholzberg haben nach eigener Aussage in den vergangenen Monaten wiederholt vor genau diesem Problem gestanden. In einem offenen Brief an Bürgermeister Ralf Wessel und Landrat Dr. Christian Pundt berichtet Annika Möller, Mutter eines Kindes aus der „Grünen Gruppe“, von einer „katastrophalen Betreuungssituation“. Sie spreche für alle Eltern aus der Kindergartengruppe ihrer Tochter, betont die Bookholzbergerin.

Zeiten aufgelistet

Seit Mitte Dezember 2022 sei an insgesamt 13 Tagen lediglich eine Notbetreuung angeboten worden, kritisieren die Eltern. Am Dienstag voriger Woche sei die Gruppe sogar ganz geschlossen geblieben – ohne das Angebot eines Notdienstes. Aus einer Auflistung, die dem offenen Brief angehängt ist, geht hervor, dass auch in den anderen Kindergarten- sowie den Krippengruppen der Kita Bargup im gleichen Zeitraum mehrfach Notdienste oder eine frühzeitige Abholung der Kinder erforderlich waren.

„Es gibt einfach nicht genug festes Personal und Springerkräfte“, erklärt Annika Möller auf Nachfrage. Corona und die Grippewelle im Winter hätten zu Ausfällen geführt, die nicht hätten aufgefangen werden können. Möller betont, dass sich der Unmut der Eltern in keiner Weise gegen das Personal der Einrichtung richte. „Sie zerreißen sich förmlich“, sagt die Mutter einer dreijährigen Tochter. Doch die Eltern hätten die Sorge, dass die dünne Personaldecke dazu führen könnte, dass sich Beschäftigte umorientieren. „Wir wollen nicht, dass unsere Erzieher irgendwann kündigen“, sagt Annika Möller.

Für gelegentliche Notbetreuungszeiten in Extremsituationen hätten alle Eltern Verständnis, ist Möller überzeugt. „Aufgrund der extremen Häufung handelt es sich hier aber offensichtlich um ein strukturelles Problem.“ Die Nerven vieler Eltern würden aufgrund der Doppelbelastung mit Beruf und Familie blank liegen. Zur Belastung durch die unklare Betreuungssituation geselle sich der Ärger darüber, „dass es keinerlei Kommunikation oder erkennbare Strategie des Trägers gibt, wie die akute Mangellage behoben werden kann“.

„Helfen uns gegenseitig“

Die betroffenen Familien lösen ihre Betreuungsprobleme ganz unterschiedlich. „Wer es kann, nimmt sein Kind mit zur Arbeit“, berichtet Annika Möller. „Oder wir helfen uns gegenseitig.“ Oft bleibe eine Mutter den ersten halben Tag mit zwei Kindern im Homeoffice und die andere Hälfte des Tages die andere. „Es sind ja nicht alle Großeltern bereits in Rente und können ihr Enkelkind spontan betreuen.“ Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dürfe „kein Lippenbekenntnis bleiben“, schreiben die Eltern der „Grünen Gruppe“ an Bürgermeister Wessel und Landrat Pundt.

Seitens der Gemeinde Ganderkesee, Trägerin der Kita Bargup, gibt es bislang keine Stellungnahme zu der Kritik der Kita-Eltern. Verwaltungssprecher Hauke Gruhn bestätigte den Eingang des offenen Briefs. Man wolle sich nun zunächst ein umfassendes Bild von der Situation machen und anschließend das Gespräch mit der Elternvertretung suchen.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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