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DRK-Kleiderkammer in Wildeshausen Kein Mangel an Helfern und an Ware

Blick in die Kleiderkammer: Gerda Instinsky (links) steht hier an der Kasse, Anita Brengelmann leitet das Team.

Blick in die Kleiderkammer: Gerda Instinsky (links) steht hier an der Kasse, Anita Brengelmann leitet das Team.

Hergen Schelling

Wildeshausen - „Verkaufen hat mir immer Spaß gemacht“, sagt Gerda Instinsky: Früher im Kaufhaus Selve, dann im Schuhhaus Piening, später auch noch im Rewe-Markt – die Kauffrau im Einzelhandel hat in ihrem Berufsleben jahrzehntelang Ware an die Frau und den Mann gebracht. „Ich mochte immer den Kontakt zu Kunden und rede gerne mit Ihnen“, verrät die 65-Jährige. Und deshalb wollte sie auch als Rentnerin nicht aufhören, Menschen etwas zu verkaufen. Jetzt macht sie das ehrenamtlich: Gerda Instinsky arbeitet seit vier Jahren in der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Bahnhof mit.

„Misch mit“ vermittelt

Bekannte hatten sie auf die Kleiderkammer aufmerksam gemacht, erzählt die seit zwölf Jahren verwitwete Wildeshauserin. Die Freiwilligen-Agentur „Misch mit“ stellte dann den Kontakt her. Und so gehört Gerda Instinsky jetzt zum 16-köpfigen Team um Leiterin Anita Brengelmann. Mit dem Roten Kreuz war sie ohnehin schon verbunden, weil sie den Wildeshauser Ortsverband regelmäßig bei den Blutspende-Terminen unterstützt – ebenso übrigens die Malteser, die sich mit dem DRK bei der Organisation der Blutspende jährlich abwechseln.

„Kleiderkammern sind wie auch die Tafeln gesellschaftlich sehr relevant“, erklärt Thorben Kienert von der Freiwilligen-Agentur. Deshalb seien solche Einrichtungen sehr beliebt bei Menschen, die nach einer ehrenamtlichen Aufgabe suchen. Die Wildeshauser Kleiderkammer hat so auch keinen Personalmangel. 16 Frauen sind hier im freiwilligen Einsatz an den beiden Verkaufstagen dienstags und donnerstags (jeweils von 14 bis 17 Uhr) sowie an vier Tagen in der Woche beim Annehmen und Sortieren der Spenden.

„Es kommt unheimlich viel Ware rein“, freut sich Anita Brengelmann. Die Spenden kommen oft aus Haushaltsauflösungen oder wenn ein Partner verstorben ist und der Kleiderschrank überquillt. Es wird aber nicht nur Kleidung abgegeben, auch Bettzeug oder sogar Geschirr. „Das meiste leiten wir dann aber an andere Dienste weiter“, erklärt Brengelmann.

Gerda Instinsky hilft auch beim Sortieren, vor allem aber kümmert sie sich um die Kasse beim Verkauf. Im Moment hat die Kleiderkammer wieder so viel Ware, dass sie die meisten Textilien für 1 Euro pro Stück verkaufen kann. Dabei handelt es sich oft um hochwertige und auch modisch aktuelle Kleidungsstücke. Ein Großteil der Kunden ist zwar auf die günstigen Angebote angewiesen, viele Senioren mit knapper Rente sind darunter. „Aber zu uns kommen auch Menschen, die nachhaltig denken und deshalb gezielt Kleidung aus zweiter Hand kaufen“, weiß Anita Brengelmann.

„Standort ist ideal“

Oft kommen an einem Nachmittag mehr als 100 Kundinnen und Kunden in die Kleiderkammer, die 2019 aus eher beengten Räumen an der Grünen Straße zum Bahnhof umgezogen ist. „Der Standort hier ist ideal“, freut sich Brengelmann – nicht nur wegen der großzügigen Räume. Viele Kunden reisten aus Nachbargemeinden mit der Bahn an, andere kommen direkt von nebenan: Denn im gleichen Gebäude bietet die Volkshochschule ihre Sprachkurse an. „Zurzeit haben wir viele Kunden aus ukrainischen Familien“, berichtet Gerda Instinsky. „Die lernen bis 13 Uhr Deutsch und dann warten sie vor unserer Tür, dass die Kleiderkammer öffnet.“

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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