Wildeshausen - Das Krankenhaus Johanneum beteiligt sich an der zentralen Protestkundgebung der niedersächsischen Krankenhäuser und ihrer Mitarbeitenden am Mittwoch, 20. September, in Hannover. Diese Aktion wurde von der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) im Rahmen des bundesweiten Protesttages der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) organisiert. Eine Abordnung von rund 30 Mitarbeitenden aus allen Abteilungen macht sich mit einem Bus auf den Weg nach Hannover, um sich stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen für die Interessen der Krankenhäuser einzusetzen, teilt das Johanneum mit.
Gründe für den Protest
Dafür gebe es eine Vielzahl von Gründen, wie Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt und die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Birgit Zobel-Elders, erklären. Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser sei dramatisch, das Finanzierungssystem nicht für Extremsituationen gemacht. Die üblichen Anpassungsmechanismen funktionierten nur in normalen Zeiten. Doch die Nachwirkung der Pandemie, die kriegsbedingten Kostensteigerungen, die Inflation sowie die hohen Tarifsteigerungen führten zu Sondereffekten, die durch die üblichen Instrumente nicht aufgefangen werden könnten. Die geplanten Reformen zur Weiterentwicklung der Krankenhausstrukturen benötigten bis zur Umsetzung viele Jahre und kämen daher in ihrer Wirkung viel zu spät.
Handlungsfähig bleiben
„Die Krankenhäuser weisen seit Monaten auf den Missstand hin, leider ohne Erfolg“, so Bartelt. „Die Reform ist im Ansatz richtig. Damit die Krankenhäuser bis zum Greifen der Reform handlungsfähig sind, muss die wirtschaftliche Sicherheit der Krankenhäuser gegeben sein, dies gilt gerade für freigemeinnützige Krankenhäuser, die keine Unterstützung durch kommunale Mittel erhalten.“ Dringend notwendig seien ein Inflationsausgleich sowie die Finanzierung von tariflichen Lohnkostensteigerungen.
