Rhade - Ja, er wird auch ein drittes Mal mit einer Lesung im Veranstaltungshaus „Kultur Hinterm Feld“ in Rhade auftreten. Diese zentrale Botschaft gab es gleich zu Beginn der zweiten Lesung von Hubertus Meyer-Burckhardt. „Ob er auch noch einmal ein drittes Mal hier zu uns aufs Land kommt, ist zumindest offen“, hatte Betreiber Karl-Heinz Büsing zuvor gesagt. Natürlich würde er das machen, so der prominente Gast. „Das wird aber erst im Herbst 2024 sein. Ich schreibe gerade an dem neuen Buch und vorher wird es nicht fertig sein.“
Barbara Becker tanzte
Nach dem Buch „Die ganze Scheiße mit der Zeit“, aus das der Autor letztes Mal anregend berichtet hatte, standen diesmal außergewöhnliche Frauen, erstaunliche Geschichten und beeindruckende Lebenswege im Mittelpunkt der Autorenlesung. „Zehn Frauen“ lautet der Titel, der im März 2022 erstmals über die Ladentische ging. „100 Frauen habe ich in meinem Podcast ‚Meyer-Burckhardts Frauengeschichten‘ auf NDR-Info begrüßt, sie alle haben aus ihren ungewöhnlichen Leben berichten können.“
Ehe der NDR-Moderator aus dem Leben plauderte, erinnert er an das Gespräch mit der Geschäftsfrau Barbara Becker. „Es war ein grauer Samstagmorgen, in einem ebenso grauen Studio in Hamburg, zu früher Stunde. Plötzlich stand sie auf und tanzte für vier Minuten für sich selber. Vergnügt und entrückt.“ Und dann war da noch die Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning, die selbst einmal das Dating in der Metropole Hamburg versuchte und immer zwei Tage vorher Absagen bekam – mit einer Sexualtherapeutin wollte es keiner aufnehmen.
Ob Nina Hoss, Caren Miosga, Katrin Sass, Britta Steffen, Stephanie Stumph, Insa Thiele-Eich oder Christiane Woopen. „Alle diese Frauen beeindrucken durch ihre Geschichten, die sich grundsätzlich von denen der Männer unterscheiden.“ Männergespräche hätten Struktur, ein Thema und seien zielgerichtet. Anders die der Frauen. Da seien es meistens die Männernamen, die in der Runde kreisten. „Auch eine Lottie Huber war da mit 80 Jahren nicht anders, wusste sie doch schon vorher, welcher Mann sie noch interessieren würde. Getreu dem Motto: Zurückziehen kann ich mich nach dem Tod.“
Ina Müller teilt nicht
Aber auch die Eigenarten einer Ina Müller, die die Bühne für sich beansprucht, deckte der Autor auf. Sie sei in einer Familie mit fünf Geschwistern in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. „Bis heute will sie nicht teilen. Die Flasche Wein mit mehreren? Nein. Die Essensplatte teilen? Nein.“
