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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

1000 Paare sagen Ja zum Besonderen

18.09.2009

HABBRüGGE Alles sprach am Donnerstag in der Habbrügger Mühle „De lütje Anja“ von der 1000. Trauung. Alice Gerken-Klaas setzte noch einen drauf: „2000 Mal ist in dieser Mühle das Jawort gefallen“, hatte die Bürgermeisterin nachgerechnet – „jeweils von Braut und Bräutigam.“

Ob 1000 Trauungen oder 2000 Jaworte – für Elisabeth und Uwe Westphal, die Eigentümer der Windmühle, ist es vor allem eins: „Wie im Märchen“, meint der 51-Jährige, wenn er auf die vergangenen zehn Jahre zurückblickt. Seit Frühjahr 1999 sind Trauungen in Habbrügge möglich, und Anika und Henning Lachmund aus Bremen-Oberneuland waren nach gut zehn Jahren das 1000. Paar, dessen Wahl auf diesen Ort gefallen ist. Warum? „Weil wir etwas Besonderes für diesen Tag wollten“, verriet die Frischvermählte.

Dass man mit dem Aufgebauten offensichtlich den Geschmack getroffen habe, mache einen „schon ein bisschen stolz“, verrät Uwe Westphal. Dem Elektroingenieur ist jedenfalls nicht bekannt, dass es eine andere Hochzeitsmühle gibt, die derart gut genutzt werde.

Lieferung per Hubschrauber

Dabei waren Eheschließungen ursprünglich gar nicht geplant, blickt Westphal gut zwei Jahrzehnte zurück. 1987 war es, als die verfallene Mühle aus dem Jahr 1870 in Groß Lessen (Sulingen) abgebaut wurde und deren Oberteil zwei Jahre später mit einem Bundeswehr-Hubschrauber nach Habbrügge transportiert worden war. Nach Aufbau des Mühlensockels, der Galerie und der Flügel – das allermeiste in Eigenarbeit – wurde das Gebäude als Wohnhaus der Familie 1998 von der damals sechsjährigen Tochter Anja getauft. Und weil sie trotz 20 Meter Flügeldurchmesser eine kleine Mühle sei, heißt sie „De Lütje Anja“.

Die Idee, einmal Mühlenbesitzer zu werden, kam dem Sohn eines Oldenburger Bäckers als 13-Jähriger. Und nach seiner Hochzeit im bayerischen Wartenberg vor 22 Jahren musste er seine Frau Elisabeth nicht lange überreden. Die Hochzeitsreise nach Norddeutschland, wohin es Uwe Westphal zurückzog, nutzte das Paar, das seinerzeit noch in München wohnte, zur Mühlensuche.

Platz für Mühle fehlte

Die hatte Uwe Westphal am vierten Tag gefunden. Allein ein Platz, wo sie wieder aufgebaut werden konnte, fehlte noch. Den fanden beide schließlich in Habbrügge, wo sie einen alten Resthof übernahmen.

Die Idee, in der Mühle ein Trauzimmer einzurichten, kam ein paar Jahre später beim Lesen eines Zeitungsberichts über Hochzeiten in einem Spieker in Wardenburg. Der Gemeindedirektor und spätere Bürgermeister Gerold Sprung unterstützte das Ansinnen, und als die Nachbarn Anne Hagestedt und Jürgen Fischer kundtaten, heiraten zu wollen, musste es mit dem Umbau zum Trauzimmer alles ganz schnell gehen: Am 9. April 1999 wurde das Paar dann von Standesbeamtin Marlies Lüschen als erstes in der Mühle getraut – auf einem provisorisch hergerichteten Fußboden.

Seitdem habe man so einiges erlebt, berichtet Uwe Westphal, der vor jeder Trauung gespannt ist. So hätten schon Bagger Spalier gestanden, Stretchlimousinen und Kutschen die Frischvermählten abgeholt, Paare in Lederkluft, Westernkleidung oder mittelalterlichen Gewändern geheiratet, eine Braut kam gar aus Venezuela. Und selbst einige Prominente hätten sich in Habbrügge schon das Jawort gegeben. Darüber dürfe man aber nicht sprechen. Für ihn steht nach all den Jahren fest: „Standesbeamter muss der tollste Job sein.“

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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