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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Alte Maschinen – kein altes Eisen

16.07.2019

Achternmeer „Lido“, da denkt manch einer zuerst an das 1946 gegründete legendäre Revuetheater in Paris. „Lido“ ist aber auch der Name eines Mopeds. Nicht ganz so alt, Baujahr 1957, aber ausgesprochen exklusiv.

Von Achilles gebaut

Produziert wurde das Modell in den Achilles-Werken West in Wilhelmshaven/Langewerth, die längst in Vergessenheit geraten sind. Nur von 1953 bis eben 1957 wurden in der Jadestadt überhaupt von Achilles Mopeds gebaut. Dann war schon wieder Schluss. Der als Hersteller für Fahrradzubehör gestartete Betrieb war wirtschaftlich am Ende. Patric Viedert aus Wilhelmshaven hat die schwarzlackierte Maschine, die schon durch die Hände von fünf Vorbesitzern gegangen war, 2001 restauriert. Vorgestellt hat er das gute Stück am Sonntag in Achternmeer beim traditionellen Treffen der Mopedfreunde auf dem Dorfplatz. Etwa 200 motorisierte Zweiräder waren dort zu sehen.

International sei das Treffen in diesem Jahr gewesen, freut sich Norbert Beenken, Sprecher des 14 Personen starken Organisationsteams. Sogar aus den Niederlanden seien Oldtimerbesitzer angereist. Nicht ganz so weit hatte es „Lido“-Besitzer Viedert, aber zwei Stunden dauerte seine Anfahrt und die seines Bruders dann doch. „Wir sind Selbstfahrer“, lautet seine Antwort auf die Frage, ob er die „Achilles Lido“ auf dem Anhänger transportiert hätte.

Auf maximal 40 km/h beschleunigt der 47 Kubikzentimeter Hubraum kleine Ein-Zylinder-Zweitakter (Fichtel & Sachs) mit Zweiganghandschaltung das Moped samt Fahrer. 1,25 Pferdestärken bei 4100 Umdrehungen pro Minute sind drin. Patric Viedert kennt nicht nur jede Schraube der „Lido“, sondern auch ihre Geschichte. Sie war das letzte Modell, das die Firma herausbrachte – und mit 695 D-Mark damals das teuerste Moped des deutschen Marktes. Der Preis war möglicherweise auch ihre Achillesferse. Nach der Schließung des Werkes gingen die Produktionsanlagen nach Norman (Ashford Kent in England). Dort wurde das Modell noch bis 1961 weiterproduziert. Der heute noch sehr bekannte E-Bike- und Fahrradhersteller Raleigh übernahm 1961 Norman und vermarktete die Restbestände noch bis Ende 1962. Dann war endgültig Schluss.

Erdbeeren im Januar

„Ersatzteile zu bekommen, ist schwieriger als Erdbeeren im Januar“, erzählt Viedert. Zum Glück sei die Technik grundsolide. „Man braucht aber eine linke und eine rechte Hand, um die Maschine instand zu halten“, betont er. „Mit zwei linken oder zwei rechten klappt das nicht.“ Apropos Technik: In den Niederlanden wurde aus vorproduzierten Achilles-Teilen ein identisches Moped vom Hersteller Centro unter dem Modellnamen „Planeet“ zusammengebaut und verkauft. Das herauszufinden hat Viedert viel Recherche und reichlich Besuche auf Flohmärkten gekostet.

Direkt neben Viederts Moped steht ein drei Jahre älteres Motorrad – ebenfalls von Achilles, Typ Sport 175. Der Sachsmotor leistet hier 9,5 PS, in Kombination mit den 175 Kubikzentimetern Hubraum erreicht das Kraftrad immerhin 90 km/h. Sein Besitzer Andreas Moorlampe aus Essen/Oldenburg gehört ebenfalls zu den regelmäßigen Teilnehmern der Oldtimertreffen in Achternmeer.

Obwohl die Achternmeer Mopedfreunde schon zum 18. Mal auf den Dorfplatz einluden, entdeckt Norbert Beenken jedes Mal neue Exoten. Diesmal eine Jawa 50, Typ 23 „Mustang“. Weniger die Technik, sondern ihr Herstellungsort ist etwas Besonderes. Die Maschine wurde 1973 von „Narodni Podnik Zavod Vyzkum a Vyvoj“ in Prag, damals Tschechoslowakei, gebaut. Die Jawa 50 war zu DDR-Zeiten eine der wenigen Alternativen in der von Simson dominierten 50-ccm-Klasse. Wegen des Beinamens „Mustang“ wurde sie im Alltag gerne „Indianerrad“ genannt.

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Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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