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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Vermittler mit grünem Daumen

29.07.2019

Almsloh Schmale Wege führen durch den mit niedrigen Buchsbaumhecken eingefassten Bauerngarten von Reinhard Siemer. Aus jedem Winkel ergibt sich ein neues Bild des Blütenmeers, das von Rosen in allen Farbnuancen dominiert wird. „Ich gehe oft durch den Garten und nehme andere Perspektiven ein“, sagt Reinhard Siemer, Vorsitzender des Heimat- und Ortsvereins Elmeloh-Almsloh.

Entweder, oder: Reinhard Siemer hat geantwortet

In der Fähigkeit, seine Meinung zu ändern, aus neuen Blickwinkeln auf Situationen zu schauen, übt sich der 55-Jährige auch im Beruf und als Vereinschef. Als Futtermittelkontrolleur wird er nicht überall mit offenen Armen empfangen. Trotzdem versuche er, seinem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen, sagt der Landwirt und Diplom-Agraringenieur, auch wenn es am Ende seine Aufgabe sei, Vorschriften durchzusetzen.

Auf Diplomatie setzt der Almsloher ebenso im Verein. Sein erklärtes Anliegen ist es, alle rund 800 Mitglieder mitzunehmen – von der Familie mit kleinen Kindern bis zur 96 Jahre alten Seniorin – und das durchaus auch im wörtlichen Sinn: Bei der Fahrradtour des Vereins am Sonntag beispielsweise waren auch diejenigen dabei, die nicht mehr radfahren können – im Kremser.

Auch Zugezogene gewinnt Siemer über die persönliche Ansprache zumeist schnell als Mitglieder für den Ortsverein. „Keiner ist verpflichtet, etwas mitzumachen“, betont er. „Aber wir freuen uns über jeden, der mit anpackt.“

Klar, dass auch der Vorsitzende mit anpackt. In bislang 15 Jahren im Amt hat Siemer zweimal bei Vereinsveranstaltungen gefehlt. Ansonsten ist er dabei, wenn es etwa ums Müllsammeln, die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses oder um die Vorbereitung von Festen und anderen Veranstaltungen geht. Als passionierter Tortenbäcker trägt er zusammen mit Ehefrau Gaby gerne auch zum Büfett bei.

Einen guten Teil ihrer Freizeit verbringen beide im weitläufigen Garten des Hauses in Almsloh, das einst Reinhard Siemers Großvater gehörte. Dort haben sie ein blühendes Vogel- und Insektenparadies geschaffen, in das sie gern und regelmäßig auch Freunde und Bekannte einladen. Urlaub in der Ferne steht bei beiden auf der Prioritätenliste weit unten.

Meine Lieblingstasse

„Den Becher mit dem Fingerhut darauf habe ich mir aus England mitgebracht. Dort habe ich Ende der 80er auf einer Farm gearbeitet – eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Mir gefällt die prächtige Blüte der Pflanze ausgesprochen gut. Auch in unserem Garten wächst Fingerhut. Uns wurde schon als Kinder gesagt, dass man mit Giftpflanzen nur vernünftig umgehen muss – daran haben wir uns gehalten.“

Mein Lieblingsplatz

„Wenn es sehr warm ist wie jetzt, sitze ich gerne unter den Linden vor unserem Haus. Die Bäume wachsen dort seit 1912, die Eichen an der Einfahrt sind sogar noch wesentlich älter. Die Linden verbreiten Anfang Juni einen wunderbaren Duft. Das Laub stört mich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich empfinde das Laubharken am Abend als entspannend – selbst im Herbst, wenn es schon dunkel ist.“

Dafür stehe ich nachts auf

„Eigentlich stehe ich nachts nur auf, wenn ich tagsüber nicht genügend getrunken habe. Dann werde ich vom Durst wach und kann nicht mehr einschlafen. Oder vielleicht noch, wenn ich sehr stark erkältet bin. Dann kommt es vor, dass ich aufstehe und fernsehe.“

Das macht mir Sorgen

„Uns geht es in diesem Land supergut. Es sind eher persönliche Dinge, die mir mal Sorgen bereiten. Man stellt sich mitunter die Frage, ob es so gut weitergeht wie bisher oder man irgendwann von negativen Dingen erfasst wird. Was das politische Geschehen angeht, bemühe ich mich, alles erstmal neutral zu betrachten. Aber es passiert schnell, dass Menschen von Medien, vor allem von den Sozialen Medien, beeinflusst werden.“

Das macht mir Freude

„Freude machen mir vor allem meine Familie und der Garten. Aber natürlich auch der Ortsverein. So ein Verein schafft viele Kontakte. Man muss dafür auch privat manchmal etwas liegenlassen.“

Das mag ich an der NWZ

„Ich finde es sehr gut, dass die NWZ Dinge recherchiert und dass insgesamt nicht zu hitzig formuliert wird. Bestimmte Ressorts, Sport zum Beispiel, interessieren mich weniger. Aber man kann es nicht jedem Leser recht machen.“

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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