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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Vhs-Reihe: Als Musikverführer ein Mann für jede Tonart

06.03.2013

Hude Kompositorische Raffinessen müssen keine Geheimnisse bleiben: Dafür sorgt „Musikverführer“ Stefan Lindemann. Der Musikpädagoge und Pianist hatte sich im Rahmen der VHS-Reihe am Montagabend die „West Side Story“ vorgenommen. In einer Art Musikvorlesung im kleinen Kreis analysierte er die musikalische Gestaltung des Werkes von Leonard Bernstein.

Die musikalischen Wurzeln der „West Side Story“ (1957) liegen in der Tradition des 18. und 19. Jahrhundert, was beim ersten Hören nicht unbedingt auffällt. Zunächst lauschten die Zuhörer daher einer Auskopplung der sinfonischen Tänze, deren Komposition Lindemann im Anschluss erläuterte. Das Anfangsintervall etwa, ein sogenannter Tritonus, wird im gesamten Werk leitmotivisch verwendet.

Als Nächstes widmete sich Lindemann der Analyse einer Tanzszene, in der ein Machtproblem dargestellt wird. Angelegt ist sie als Fuge in der Tradition Bachs. Fuge kommt vom lateinischen „fuga“, „flüchten“. Die inhaltlich angesprochenen Fluchttendenzen seien also bereits in der Form angelegt, so Lindemann. Im Fugenthema Bernsteins sind alle Töne einer chromatischen Tonleiter enthalten, die Gruppenmitglieder eines Oktavraums verhalten sich wie die menschliche Gruppe im Stück. Die Anfangstöne ergeben zusammen einen verminderten Septakkord – den dramatisch wirkenden Lieblingsakkord der Romantiker.

Bernstein hält sich im Folgenden strikt an das Bach’sche Originalschema, wenn er Kontrapunkte setzt, mit denen er im Zwischenspiel imitatorisch arbeitet. Bei Bernstein klingt das allerdings „völlig chaotisch“ und ist „atonal wie nur irgendetwas“, so Lindemann. Aus dem vermeintlichen Chaos wird das Orchester in der Wiederholung zurück zu einer einheitlichen Linienführung gebracht, ebenso wie die Gruppe zusammenfindet: „Es handelt sich um eine fast schon mustergültige Darstellung eines gruppenpsychologischen Prozesses.“ Das merke man als unbedarfter Zuhörer gar nicht, erläuterte Lindemann.

„Das Werk ist präzise konstruiert wie auf dem Reißbrett. Es klingt aber nicht so, sondern der Schwung nimmt einen mit.“ Dies sei das Qualitätsmerkmal der „West Side Story“. Zugleich hänge das Werk ein wenig zwischen den Welten, kritisiert Lindemann, da die gesangstechnischen Anforderungen eher Richtung Oper gingen.

Die „West Side Story“ zählt zu Lindemanns Lieblingswerken im Bereich Musical: „Es hat eine unglaublich hohe musikalisch-kompositorische Qualität.“ Am 8. April steht Joseph Haydns Sinfonie Nr. 92 „Oxford“ auf dem Programm.

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