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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

RÜCKKEHR: „Altar provoziert – und das ist gut so“

17.08.2009
NWZonline.de NWZonline 2015-07-28T08:40:23Z 280 158

RÜCKKEHR:
„Altar provoziert – und das ist gut so“

HUDE Aus der Ferne leuchtet er rot, grün und golden. Aus der Nähe sind eine reiche Farbvielfalt, individuelle Konturen und Gesichtszüge sowie ein durchlässiger Hintergrund zu bewundern: Der Huder Altar ist komplett restauriert worden und erstrahlt nun in neuem alten Glanz. In einem Festgottesdienst wurde am Sonntag seine Rückkehr in die St.-Elisabeth-Kirche zu Hude gefeiert. Die rund 250 Besucher, darunter zahlreiche Ehrengäste, mussten sich aber eine Weile gedulden, bis sie das Kunstwerk zu sehen bekamen. Anfangs verstellten zwei weiße Wände den Blick auf den Altar.

„Über zehn Monate war der Altar weg“, sagte Pastorin Dörte Kramer, „und wir haben ihn vermisst.“ Durch die Unterstützung vieler Menschen sei die Restaurierung möglich geworden. „Farblich müssen sich Kirche und Altar aneinander gewöhnen. Dafür haben sie aber auch 100 Jahre Zeit - bis zur nächsten Restaurierung“, scherzte Kramer. Sie gestaltete den Gottesdienst gemeinsam mit den Pastoren Reiner Backenköhler und Axel Tegtmeyer, den Kirchenältesten, dem Catherinenchor und Organist Ulrich Banditt.

„Wir wollen eine Liebesgeschichte erzählen“, begann Pastor Backenköhler die Predigt. Die Geschichte von der Liebe Gottes sei zugleich die Lebensgeschichte Jesu. Vor 700 Jahren habe ein Holzschnitzer – „nennen wir ihn Christian“ – von den Huder Mönchen den Auftrag bekommen, diese Geschichte in eine Holzplatte zu schnitzen. Die Pastoren beschrieben, wie Christian das Messer angesetzt habe, um die Liebe Gottes sichtbar werden zu lassen. Verwoben mit der Geschichte von Christian waren Berichte von Menschen, die eine Geschichte mit dem Altar verbindet. Eine Huderin erzählte, wie sie vor diesem Altar geheiratet hat, ein anderer, wie dort seine Kinder getauft wurden, eine dritte von Menschen, die dort vor Trauer und

Schmerz geweint haben. Passend zum Fortlauf der Lebens- und Liebesgeschichte wurden Fotos der Altarfelder und der Restauratoren bei der Arbeit gezeigt.

So ergab sich ein Bild vom Leben Jesu über den Holzschnitzer bis hin zu Menschen, die heute eine Geschichte mit dem Altar verbindet. Dazu gehören auch die Restauratoren Thomas Kräckel-Hansum und Karl-Heinz Weingärtner. „Wir konnten dem Altar so nahe kommen wie kaum jemand“, erklärten sie. „Jeder Kerbe und jeder Rundung haben wir nachgespürt und durften der Geschichte eine frohe, lebendige Farbe geben.“

Bei der Enthüllung des Altars lief ein Schauer über die Gemeinde, Köpfe reckten sich und spontaner Applaus erfüllte die Kirche. „Es ist fantastisch“, strahlte Klaus Pöppelmeier. Der ehemalige Huder Pastor hatte sich für die Restaurierung eingesetzt. „Die Gesichter sind ausdrucksstärker und lebendiger. Ein Altar zum Verlieben!“ Kräckel-Hansum: „Dies ist ein würdevoller Abschluss. Ein Dreivierteljahr haben wir an dem Altar gearbeitet, dies ist der Höhepunkt." Sie überreichten Pastor Backenköhler eine Farbtafel mit den verwendeten Originalfarben und dankten ihm für sein „Engagement und Herzblut“.

Beim anschließenden Empfang vor dem Klostersaal überbrachten Offizielle und Ehrengäste Grüße und Glückwünsche. Im Namen von Bischof Jan Janssen gratulierte Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs zu dem „einmaligen Stück liturgischer Kunst“. Stellvertretender Bürgermeister Horst Siemers dankte für den „neuen Anziehungspunkt für die Gemeinde Hude“. Kreispfarrer Dietrich Jaedicke sagte: „Der Altar provoziert, er ist nicht zu übersehen – und das ist gut so!“ Pfarrer Norbert Steffen gratulierte von der katholischen Kirchengemeinde Hude und für die Stiftungen und Sponsoren sprach Pastor Jürgen Schwartz von der Kirchbaustiftung.