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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Altes Haus steckt voller Leben

01.02.2008

HUDE Ganze 103 Jahre hat das Haus Marienhude auf dem Buckel, doch andächtige Stille herrscht in den Sälen nicht. „600 Zivis bilden wir hier jährlich aus“, lacht Frank Eden, Leiter des Hauses Marienhude, das als Ausbildungsstätte für die Zivildienstleistenden der Diakonischen Werke dient.

„Das Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich“, holt Eden aus. Im Jahr 1905 vom Industriellen Georg Bornemann erbaut, diente es zunächst als Wohnsitz für seine Familie in Hude. „Wie ich gehört habe, war es hier sehr luxuriös eingerichtet. So gab es zum Beispiel im Esszimmer eine Fußklingel unter dem Tisch, um das Personal zu rufen“, weiß Eden.

Bei der Architektur des Hauses verzichtete Bornemann auf großen Prunk. Marmorsäulen und Portale sucht das Auge vergeblich. Auch unterschied es sich vom einheitlichen Backsteinstil. Rauputz und Balkenwerk an der Fassade geben eher den Eindruck eines Landhauses als einer repräsentativen Villa. „Wir genießen hier vor allem auch den großen Garten“, freut sich Eden über die schöne Lage des Hauses. „Seinen Namen hat Marienhude übrigens durch die Frau Bornemanns bekommen, die mit Vornamen Marie hieß.“

Nur wenige hundert Meter vom Haus entfernt stand die Fabrik des Industriellen, in der er Benzin herstellte. Nach seinem Herstellungsort nannte er es „Hudolin“. Als er im Jahr 1928 starb, übernahm Tochter Leni mit ihrem Mann Otto Meyer das Haus.

Im zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen. Mehr als sechs Familien mit vielen Kinder wurden zeitweise untergebracht.

Anfang der sechziger Jahre wurde die Villa Bornemann versteigert. „Das Haus ist ja sehr groß und schwer zu heizen. Das war wahrscheinlich auch einer der Gründe für den Verkauf“, vermutet Eden. Für 15 Jahre diente das Haus danach als ein Altenerholungsheim der Inneren Mission. „Es war außerdem eine Art Begegnungsstätte, denn auch ältere Menschen aus dem Gebiet der ehemaligen DDR durften hier Erholungsurlaub machen“, so Eden.

„Seit 1985 nutzen wir Marienhude jetzt als Bildungsstätte der Diakonie, 34 Betten haben wir hier.“ Die jungen Gäste wären jedes Mal begeistert über das Haus an der Hohen Straße. „Viele kehren erst einmal um, weil sie denken, dass sie falsch abgebogen sind“, erzählt Eden augenzwinkernd. Die Jugendlichen würden die schöne Ausstattung in Marienhude sehr zu schätzen wissen. „Wir hatten hier noch nie eine Sachbeschädigung oder Graffiti“, lobt er.

In der alten Remise, die gleich neben dem Haus im Garten liegt, dürfen die Zivildienstleistenden abends feiern und Musik hören. „Oft grillen wir auch zusammen draußen im Garten“, so Eden. Er und seine Mitarbeiter genießen die angenehme Atmosphäre des Hauses. „Auch wenn unsere Büros im Keller liegen.“ Immer wieder finden kulturelle Veranstaltungen in den hellen Räumen des Hauses statt. „Wir haben auch die Terrassen ausgebaut, für Konzerte im Sommer“, so Eden. „So ist immer Leben im Haus.“

Diese Serie stellt markante Häuser in der Gemeinde Hude und ihre Geschichte vor.

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