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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Bei Funke nickt niemand ein

24.03.2007

Bei der aktuellen Debatte um das Rauchverbot spielt die Wildeshauser Schützengilde beim Schaffermahl nicht mit. Friedlich schmauchten die etwa 125 Gäste der traditionsreichen Veranstaltung auch in diesem Jahr nach Fisch und Bratkartoffeln ihre Tonpfeifen. Landrat Frank Eger, der nach den Faschingstagen geschworen hatte, nicht wieder zur Zigarette zu greifen, ließ sich den Tabak ebenso schmecken wie Gildegeneral Dr. Kian Shahidi – ein bekennender Nichtraucher. Auch CDU-Ratsfrau Nina Giese, die nach eigenem Bekunden seit fünf Jahren nicht mehr raucht, griff zur Tonpfeife. Gastredner Karl-Heinz Funke prognostizierte einem Rauchverbot daher eine ebenso ruhmlose Zukunft wie die

Rechtschreibreform, die von den Menschen nicht angenommen werde.

Ohnehin bot der frühere Landwirtschaftsminister in Bund und Land seinem Publikum im historischen Rathaussaal beste Unterhaltung. Er habe in einer Studie der Universität Oxford gelesen dass bei einem Vortrag 80 Prozent der Zuhörer nach 40 Minuten aussteigen. 90 Prozent dieser Gruppe hinge „sexuellen Tagträumen“ nach, klärte Funke die Gäste des Schaffermahls auf. Es liege ihm deshalb fern, eingenickte Zuhörer in ihrer Ruhe stören zu wollen, gleichwohl wolle er sich an die 40-Minuten-Vorgabe halten. Der 61-Jährige redete deutlich länger – ohne dass jemand im Publikum einnickte.

Funke, der zuletzt beim Schaffermahl 1991 als Ehrengast sprach, fühlte sich in der illustren Runde erneut pudelwohl. Allerdings könnte der Schnaps ein paar Prozent mehr haben, bemerkte er. Und traurig sei er darüber, dass die Wildeshauser immer noch kein richtige Bier kennen. Als Mann aus Friesland setze er auf das Getränk aus seiner Kreisstadt (Jever). „Wir kaufen auch Bremer Bier“, meinte der Landwirt aus Dangast, „doch damit fangen wir Schnecken.“

Zur Tradition beim Schaffermahl gehört es, dass der Schaffer des Vorjahres den Abend auf einem unbequemen Holzfass verbringen muss. Fähnrich Frank Görke machte das nichts aus. „Das ist noch recht bequem“, meinte er. Im nächsten Jahr wird es Schaffer Thomas Finkenzeller treffen, in dessen Händen gemeinsam mit den anderen Fähnrichen am Mittwoch die Bewirtung lag.

Ältester Gast des Schaffermahls war Generalmajor Hans Spille. Der 92-Jährige war nach eigenen Angaben schon im Offizierskorps, als 1978 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters und Generals Wilfried Bonke die Veranstaltung wieder groß aufgezogen wurde. Im Alter von zehn Jahren hat Spille miterlebt, wie sein Vater Johannes Spille zum Schaffer ausgerufen wurde. Mehr als 21 Jahre war er Adjutant des jeweiligen Oberst. „Ich kann jedem nur raten, Offizier der Gilde zur werden“, sagte der 92-Jährige zur Freude des Publikums.

Beinahe wie in jedem Jahr saß auch ein Geburtstagskind unter den Gästen des Schaffermahls: CDU-Ratsherr Karsten Scheele wurde am Frühlingsanfang 44 Jahre alt. Gelassen ließ er die zahlreichen Glückwünsche über sich ergehen. Beim Schaffermahl 2006 hatte übrigens Bezirksschornsteinfeger Manfred Heinrichs seinen Geburtstag gefeiert.

Nutznießer der Eröffnung einer neuen Zahnarztpraxis an der Wildeshauser Bahnhofstraße wurde die Kinderhilfe Bam. Vorsitzender Rajabali Samadi konnte sich über einen Scheck über 1500 Euro freuen, der die Vollendung des Mädchen-Waisenhauses im iranischen Erdbebengebiet befördern soll. Carsten und Doris Hansen hatten zur Eröffnung ihrer Praxis statt um Geschenke um Spenden gebeten.

Intime Geheimnisse verrät jetzt der gebürtige Wildeshauser Wigald Boning in seinem neuen Buch „Bekenntnisse eines Nachtsportlers“, das im Rowohlt-Verlag erschienen ist. In dem Buch bekennt sich der Komiker und Moderator zu seinen nächtlichen Nacktspaziergängen, die er in seiner bayerischenWahlheimat in eher abgelegener Wohnlage unternimmt – und das angeblich täglich. Eine beliebte Sportutensilie, Bonings sei zudem ein Springseil, das er gerne im Handgepäck von Hotel zu Hotel mitnehme, um hüllenlos der körperlichen Ertüchtigung zu frönen.

Drei Jahre habe sie für das Gymnasium Wildeshausen gearbeitet, sagte dessen Schulleiter Ralf Schirakowski bei der Verabschiedung der Schulsekretärin Traute Johannes. „Den Eindruck, den Sie hinterlassen haben, der ist allerdings alles andere als flüchtig“, fügte der Schuldirektor an. „Sie haben dem Gschäftszimmer mit ihrer Anwesenheit und mit ihrer Arbeit ein Gesicht gegeben und im Umgang mit den Mitmenschen immer den richtigen Umgang gefunden.“ Diesem Lob schloss sich der für die Wildeshauser Schulen zuständige Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge an. „Gegen die Bewerberin Traute Johannes werden keine Einwände erhoben“, habe 1976 zu ihrer Einstellung in der Personalakte gestanden, so Ufferfilge.

Die Einstellung habe sich für die Stadt schließlich als ein Glücksfall erwiesen. „Sie gehen zu früh“, betonte der Fachbereichsleiter. Doch die eigene Entscheidung Traute Johannes’ sei nun einmal getroffen. Die 57-Jährige wird in den Vorruhestand wechseln. Dafür, dass ihr diese Zeit durch Muße versüßt wird, sorgte vor allem die Lehrerschaft. Denn sie schenkte der Sekretärin einen Osterstrauß mit Theatergutscheinen und vielen Kleinigkeiten. Eine wertvolle Flasche Whisky aus dem Jahre 1985 durfte nicht fehlen. Auch die Schüler und Eltern bedankten sich bei Traute Johannes für ihre Arbeit.

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