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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Bergedorfer hält Berge fest

11.07.2015

Wer schon einmal bei Gerd Pelz in Bergedorf zu Gast war, der war mit ziemlicher Sicherheit beeindruckt. Denn die Einrichtung gibt Zeugnis von den vielfältigen Begabungen und künstlerischen Fähigkeiten des 68-Jährigen.

Malen und vor allen Dingen Musizieren gehörten schon als Kind zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Mit sieben Jahren spielte er auf seiner Handharmonika und benutzte Töpfe und Kochlöffel als Schlagzeug. Beim Bergedorfer Musiker Adolf Schütte durfte er erstmals auf einem richtigen Schlagzeug spielen.

„Richtig gelernt habe ich das Spielen auf einem Schlagzeug nie“, gesteht Gerd Pelz. Spielten in seiner Jugendzeit die legendären „Blue Boys“ in Bergedorf zum Tanz auf, dann wartete Gerd Pelz bis zum Schluss. „Bevor die Band nach Hause fuhr, spielten sie noch einige Lieder, und ich durfte dann am Schlagzeug sitzen und mitspielen.“

Gerne wäre Gerd nach seiner Schulzeit Musiker geworden, doch seine Eltern entschieden anders: „Kommt nicht in Frage“, war die kurze wie knappe Antwort auf seinen Berufswunsch. Sein Opa Georg ließ seine Beziehungen spielen, und so bekam Gerd einen Ausbildungsplatz zum Elektriker bei Firma Baars in Ganderkesee.

„Obwohl ich so einige Male einen Stromschlag durch die Knochen bekommen habe, hat mir dieser Beruf von Anfang an sehr viel Spaß gemacht“, gibt Gerd Pelz gerne zu. Inhaber Hermann Baars war jedenfalls mit Gerd sehr zufrieden und übernahm ihn nach seiner Ausbildung als Geselle.

1967 musste Gerd Pelz „sein“ Bergedorf verlassen, denn die Bundeswehr wollte auf seine Dienste nicht verzichten. Wenn andere Rekruten bei langen Märschen schlapp machten, hielt Gerd durch und half seinen Kollegen. „Bei der Bundeswehr habe ich gelernt, was Kameradschaft und Disziplin bedeutet“, blickt Gerd zurück. Dennoch war er froh, als er wieder als Elektriker bei der Firma Baars arbeiten konnte.

Mit den Jahren suchte er eine neue berufliche Herausforderung, und so passte es, dass er 1979 bei der Gemeinde Ganderkesee als Wärter für die Kläranlagen anfangen konnte. Sein ehemaliger Chef Hermann Baars war alles andere als erfreut und meinte: „Du kannst jederzeit wieder bei mir anfangen!“ Doch dazu sollte es nicht kommen, denn Gerd Pelz blieb bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand, insgesamt 29 Jahre, Mitarbeiter der Gemeinde Ganderkesee.

In „seinem“ Bergedorf lernte Gerd Pelz auch seine aus Adelheide stammende Gertrud kennen. Die war im Januar 1968 bei ihrer Cousine zu Gast und beide gingen zum ersten Mal auf einen Tanzabend. Ihr Ziel: der „Bergedorfer Krug“ wo die „Blue Boys“ spielten. Hier lief ihr gleich der junge Gerd Pelz über den Weg. Bereits im Oktober des gleichen Jahres wurde geheiratet, und 1969 wurde Sohn Carsten geboren.

Schon immer war das Haus von Familie Pelz ein Mehrgenerationenhaus. „Da unser Sohn seine eigene Familie hat, leben wir mit vier Generationen unter einem Dach, allerdings hat jede Familie einen eigenen Wohnbereich.“

  Gerd Pelz ist mit Leib und Seele Bergedorfer, und so ist es selbstverständlich, dass er sich intensiv am Dorfleben beteiligt. Seit 52 Jahren ist er aktiv im Schützenverein, und die Freiwillige Feuerwehr Bergedorf kann sich seit 45 Jahren auf ihn verlassen.

„Sein“ Bergedorf biete ihm alles, bis auf seine geliebten Berge. Daher geht es jedes Jahr in den Urlaub nach Bayern oder auch nach Österreich. Im Urlaub 1990 nahm sich Gerd einen Block und malte die Kulisse der Berge. Seine Gertrud war davon so angetan, dass sie ihm zum Weihnachtsfest eine Staffelei schenkte. Er hatte seine Leidenschaft zur Malerei wiederentdeckt.

Bis heute hat er es auf 50 Ölgemälde gebracht. Ob bei ihm zu Hause, aber auch an anderen Standorten – immer wieder sind die Betrachter von seinen Malkünsten begeistert. Vor fünf Jahren entdeckte er eine weitere Leidenschaft, das Holzschnitzen. „Wenn ich nachts wach liege, kommt mir eine Idee, und diese setze ich dann in der Werkstatt um.“

Doch nicht nur Holz, auch die Buchsbaumbüsche im Garten werden so geschnitten, dass hier wahre Kunstwerke entstehen. Gerd Pelz ist kreativ und handwerklich geschickt. Man darf schon ganz gespannt sein, was denn noch alles kommt und was ihm als Nächstes einfällt.

Gerd Pelz,Autodidakt aus Bergedorf mit vielfältigen Begabungen und künstlerischen Fähigkeiten

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