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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Blicke in die Vergangenheit der Kreisstadt

09.12.2011

WILDESHAUSEN Ein heikles Thema thematisiert der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen in diesem Jahr in den „Wildeshauser Schriften für Heimat, Geschichte & Kultur“. Der Hefttitel „Und wir standen alle da und schauten zu“ bezieht sich auf einen Beitrag von Peter Heinken. Er befasst sich – nachdem er das Aufkommen des Nationalsozialismus in Wildeshausen dargestellt hat – mit der Geschichte der Wildeshauser Juden in der Nazizeit. Zwölf der 20 Juden, die 1933 in der Stadt lebten, wurden während des Holocausts ermordet. Neben dem Text stehen Fotos der jüdischen Familien. Bernd Oeljeschläger, Vorsitzender des Bürger- und Geschichtsvereins: „Wir haben diese Bilder aufgenommen, um dem Schrecken auch Gesichter geben zu können.“ Außerdem zeigt das Heft historische und aktuelle Aufnahmen der Häuser, in denen die jüdischen Familien lebten.

Mit einem Kulturkonflikt im Kleinen beschäftigt sich Eva-Maria Ameskamp in ihrem Beitrag „Die Braut aus Wildeshausen und ihre Frisur“. Sie beschreibt darin einen Briefwechsel aus dem 18. Jahrhundert. Eine junge Frau aus Wildeshausen will einen Mann aus Vechta heiraten. Dass sie sich dafür die Haare frisieren will, sorgt im Oldenburger Münsterland für Irritationen. In einem hektischen Briefwechsel wird ein Kompromiss erarbeitet.

Christian Hannig stellt in seinem Beitrag dar, welche Gewichte einst in Wildeshausen verwendet wurden. Er zeigt die Schwierigkeiten auf, die entstanden, weil in den unterschiedlichen deutschen Fürstentümern mit unterschiedlichen Pfunden gewogen wurde.

Die Geschichte der Schmiede Kreienborg hat Martin Siemer für seinen Text „Hammer, Amboss, Papagoy“ aufgeschrieben. Sie war Ende des 18. Jahrhunderts gegründet worden. 2008 wurde sie geschlossen, aber weiterhin wird dort der Papagoy geschmiedet, auf den die Schützen beim Gildefest anlegen.

Vor den Textbeiträgen befindet sich in dem Heft eine zwölfseitige Strecke mit historischen Bildern aus Wildeshausen. Sie kommen, erzählt Oeljeschläger, aus dem Archiv des Vereins, aber auch aus Fotoalben, die dem Verein zu Verfügung gestellt wurden. „So können wir nicht nur Bilder aus der Öffentlichkeit Wildeshausens zeigen, sondern auch aus den Familien.“

„Und wir standen alle da und schauten zu“, der zehnte Band der Reihe, ist ab diesem Freitag in den Wildeshauser Buchhandlungen erhältlich. Das 80-seitige Heft kostet zehn Euro. Den Mitgliedern des Vereins wird es zugeschickt.

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