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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Einst als Ort für Nazi-Ideologien gebaut

08.10.2019

Bookholzberg „Wo wir hier stehen, gab es früher einen Hof“, sagte Gästeführer Peter Hedemann am Sonntag vor dem Hauptgebäude des INNtegrativ Berufsförderungswerks in Bookholzberg. Rund 20 Interessierte ließen sich von ihm das Gelände der Freilichtbühne „Stedingsehre“ und die Geschichte hinter dem Ort erklären.

Hof zum Bookholzberg

Der erwähnte Hof der Familie Hohenböken, der bereits Ende des 17. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde, war später namensgebend für das heutige Bookholzberg. „Vorher gehörte das hier alles zu Grüppenbühren“, wusste Hedemann. Bereits vor dem Dritten Reich wurde hier Großes geplant: Hinrich Grashorn, der den Hof und das Gelände 1902 kaufte, wollte hier ein gewaltiges Denkmal zu Ehren von Otto von Bismarck errichten. Doch der Erste Weltkrieg und die Inflation machten diese Pläne zunichte, statt des 15 Meter hohen Baus wurden zwei Findlingsreihen und ein Gedenkstein gesetzt.

Als die NSDAP an die Macht kam – im Oldenburger Land bereits 1932 –, ging das Gelände an die Nationalsozialisten über. Auf Initiative des Gauleiters Carl Röver, dem der originale Schauplatz zur 700-Jahr-Feier der Schlacht bei Altenesch in 1234 zu klein gewesen war, wurde in Bookholzberg noch im Oktober 1934 der Grundstein für die Freilichtbühne gelegt.

Von 1935 bis 1937 fanden hier dann Aufführungen des Stücks „De Stedinge“ von August Hinrichs statt, welches den vernichtenden Kreuzzug des Bremer Bischofs gegen die Stendinger Bauern zum Thema hatte.

Um die als große Propagandaveranstaltung inszenierten Aufführungen zu sehen, kamen insgesamt 230 000 Besucher in diesem Zeitraum nach Bookholzberg. Nach dem Ende der Aufführungen gab es in den Fachwerkhäusern des Bühnendorfes Kaderschulungen. Die Pläne der NSDAP, auf dem Gelände eine große Gauführerschule für den Parteinachwuchs zu errichten, wurden durch den Verlauf des Zweiten Weltkrieg dann verhindert.

74 Jahre Umschulungen

Ab 1945 wurden hier Kriegsversehrte betreut und umgeschult, seit 1972 ist das Berufsförderungswerk auf dem Gelände zuhause. Bereits seit 15 Jahren ist die Idee im Gespräch, ein Informations- und Dokumentationszentrum über Ideologie und Propagandazweck der Freilichtbühne im dortigen Spieldorf zu errichten.

Nachdem das Projekt – und Sanierungskosten von geschätzt 257 000 Euro für das gewählte „Haus 21“ – in den Verwaltungen in Ganderkesee und im Landkreis Oldenburg abgenickt wurde, müssen die Mitglieder des Vereins „Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg“ jetzt aber noch warten: Die Stiftung des Landes Niedersachsen, Betreiber des Berufsförderungswerkes und Inhaber des Geländes, muss dem Verkauf von Haus 21 erst noch zustimmen. Der Stiftungsrat will sich dazu in diesem Monat eine Entscheidung treffen

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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