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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wie ein Hausmann zum Vorleser wurde

13.05.2019

Bookholzberg Als Jörg Pankratz Hausmann wurde, gab es weder Vätermonate noch Elterngeld. Ein Papa, der sich ausschließlich um Kinder und Haushalt kümmert, war 1976 noch ein Exot. Doch die Entscheidung, den Bürojob in einer Personalabteilung zugunsten der Familie aufzugeben, brachte Pankratz viele neue Erfahrungen. Vor allem aber kam er auf eine Leidenschaft, die ihn bis heute begleitet: Der 76-jährige Bookholzberger ist Vorleser für literarische Texte.

Nach der Geburt seines Sohnes wollte Jörg Pankratz eigentlich nur ein Jahr zuhause bleiben. Doch aus dem einen seien 30 Jahre geworden, berichtet er. Während seine Frau als Lehrerin den Lebensunterhalt für die Familie verdiente, kümmerte sich Pankratz um Sohn und Tochter, Haus und Garten. „Ich habe es bis heute nie bereut“, sagt er. Die Erfahrungen, die er als Hausmann sammelte, fasste er in einem Buch zusammen. „So`n bisschen Haushalt...sagt meine liebe Frau“ erschien 1986 im Selbstverlag. Zunächst hatte Pankratz versucht, einen Verlag für seinen humorvollen Bericht zu finden. Sein Manuskript sendete er sogar an Feministin Alice Schwarzer. „Sie schickte mir ein nettes Schreiben, dass ich mehr beim Thema bleiben soll“, erinnert er sich.

Als der Erfahrungsbericht aus dem Alltag eines Hausmannes dann in gedruckter Form vorlag, gab es viele Interessenten. Pankratz, der bis 2014 in Schleswig-Holstein wohnte, stellte sein Buch bei Lesungen vor. Auch von den Landfrauen sei er eingeladen worden, berichtet er. Dass ihm das Vorlesen viel Spaß macht, war ihm aber schon vorher klar: „Bei meinen Kindern habe ich das Vorlesen gelernt.“ Theater-Erfahrung besitzt der Bookholzberger ebenfalls: Zwei Jahre lang habe er in Kiel Improvisationstheater gespielt.

Aus den Lesungen entwickelte Jörg Pankratz die Rezitationsreihe „Literatur – gerne gehört“. Der Bookholzberger hat sieben verschiedene Programme, in denen er heiter-satirische Texte vorträgt. Erich Kästner, Ephraim Kishon, Eugen Roth, Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky gehören zu seinen Lieblingsautoren. Zudem hat er ein Weihnachtsprogramm mit Geschichten von Oscar Wilde und anderen Autoren. Jörg Pankratz macht deutlich, dass er die Texte nicht einfach nur vorliest: Er erwecke sie zum Leben, so dass sie einen fast hörspielartigen Charakter bekommen würden.

Als Vorleser tritt Pankratz bei Veranstaltungen und in geschlossenen Gesellschaften auf. Auch Benefiz-Lesungen hat er gehalten, um Spenden für SOS-Kinderdörfer zu sammeln. „Ich habe viele schöne Abende erlebt.“ Allerdings hätte er nichts dagegen, wenn er häufiger Gelegenheit zum Vorlesen hätte. „Das Lesen ist heute für mich ein sehr schönes Hobby.“


Mehr Infos über Jörg Pankratz und sein Programm gibt es unter   www.literatur-gerne-gehoert.de 
Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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