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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Jedes Jahr am letzten Samstag im Januar

28.01.2019

Bookhorn Heini Plate hatte 1948 die Idee, Heinrich Meyer, Bernd Würdemann, Dierk Osmer und Johann Welling unterstützten ihn und schnell waren weitere Mitstreiter gefunden. 1949 war es dann soweit: Die erste Bookhorner Kohlfahrt fand statt. Am Samstag zogen die Bookhorner mit ihren Kohlmajestäten Anke Hoffmann und Michael Linnemann erneut los, zum 70. Mal – wenn man es nicht ganz so genau nimmt. Das Ziel in diesem Jahr: der Oldenburger Hof (Stolle).

1954 ist sie einmal ausgefallen, mitgezählt wird die Fahrt trotzdem. Kleinigkeiten haben sich in all den Jahren verändert, aber im Kern ist die Kohlfahrt der Bookhorner gleich geblieben. Das liegt auch daran, dass sich die Organisatoren, wenn nötig, auf Änderungen eingelassen haben.

Schützen mit dabei

So nahm in diesem Jahr auch offiziell der Schützenverein Urneburg an der Kohltour teil. „Unsere Königin der 69. Kohlfahrt, Anke Hoffmann, ist auch im Schützenverein aktiv“, erklärte Sabine Busch, die zum diesjährigen Kohlausschuss gehört. Ohne die Urneburger Schützen, die mit den eigenen Kohlmajestäten Steffi Timpe und Günther Auffarth teilnahmen, wäre es den Organisatoren dieses Jahr wahrscheinlich noch gelungen, die nötige Teilnehmerzahl zusammenzubekommen. „Aber spätestens in zwei Jahren wahrscheinlich nicht mehr“, sagte Sabine Busch im Gespräch mit der NWZ. Daher habe man schon vor einigen Jahren überlegt, andere Vereine anzusprechen – und die Planung in diesem Jahr in die Tat umgesetzt.

Zwar könne man sich theoretisch auch einer Pauschalkohlfahrt anschließen, aber „das wollen wir eigentlich nicht“, wie Carsten Busch, Ehemann von Sabine Busch und Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Bookhorn, betonte. Vielmehr wolle man so lange wie möglich versuchen, eine eigene Kohlfahrt auf die Beine zu stellen.

Aber auch eine andere Sache hat sich geändert: „Früher hat der Kohlausschuss, sobald das neue Kohlkönigspaar feststand, sofort das Lokal für das nächste Jahr reserviert“, so Carsten Busch. Das sei heute nicht mehr möglich, weil die Gastwirte zum einen anders kalkulieren und zum anderen die Zahl der Säle immer weiter abnehme. „Aber bei Stolle oder am Fernsehturm kommen wir eigentlich immer unter“, so Carsten Busch.

Ein Obdach finden die Teilnehmer der Kohlfahrt, die sich im Alter zwischen 20 und 80 bewegen, auch immer bei einem der Bookhorner Landwirte. Denn ein Zwischenstopp im Stall oder auf der Diele gehört fest dazu.

Kein Bollerwagen

Was viele mit Kohlfahrten verbinden, fehlt derweil: Musik und Bollerwagen. „Das war schon immer so“, sagte Sabine Busch. „Das wäre bei der hohen Teilnehmerzahl auch schwierig.“ Mehr als 70 Teilnehmer finden sich in der Regel zur Kohlfahrt ein, seit der 60. Fahrt kommt noch eine Kaffeetafel für die älteren Bookhorner hinzu. So konnte der Kohlausschuss in diesem Jahr mehr als 140 Karten verkaufen.

Auf einen „guten Schluck“ muss während der Kohlfahrt indes niemand verzichten. „Jeder bringt seine eigenen Getränke mit“, so Carsten Busch. „Das sind dann nur ganz gerne Flaschen ohne Etikett“, ergänzte seine Frau und musste lachen. „Aber ein bisschen Überraschung ist ja nicht verkehrt.“

Während die Kohlfahrt an sich schon gut für das Miteinander in der Dorfgemeinschaft ist, ist auch die Tätigkeit im Kohlausschuss etwas Besonderes: Immer vier Männer und vier Frauen organisieren die Fahrt – nicht das Königspaar, wie es sonst üblich ist. Gewählt werden die Ausschussmitglieder zeitversetzt, so dass immer ein „Erfahrener“ mit einem „Neuling“ unterwegs ist. Unterwegs? Ja, denn die Karten für die Kohlfahrt werden persönlich verkauft. Immer zwischen Weihnachten und Neujahr ziehen die vier Männer und vier Frauen durch Bookhorn von Tür zu Tür. „Da lernt man das Dorf viel besser kennen“, so Sabine Busch.

Essen für 5,50 DM

Persönliche Ansprache, kein Bollerwagen, Zwischenstopp beim Landwirt: Für die Bookhorner ist ihre Kohlfahrt gelebte Tradition, die nicht nur älter als der Ganderkeseer Fasching ist, sondern auch genau protokolliert wird. Wie ein Schatz wird der Koffer gehütet, in dem mehrere Ordner Platz finden. „Seit 1965 wird alles ganz genau aufgeschrieben“, erklärte Carsten Busch. Davor würden leider nur teilweise noch Aufzeichnungen existieren. Die Unterlagen werden von Kohlausschuss zu Kohlausschuss weitergereicht – und bieten einen spannenden Blick in die Vergangenheit. So kostete das Kohlessen, Getränke zahlte damals jeder selbst, im Jahr 1960 5,50 DM. Eingekehrt wurde bei Siemer in Falkenburg.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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