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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Bratwurst schmeckt auch „down under“

21.03.2015

Achternmeer Wenn Manfred und Irene Hohaus aus Achternmeer ihre Tochter Heike besuchen, sind sie von Haustür bis Haustür gut 30 Stunden unterwegs und legen dabei Tausende Kilometer zurück. Ihr Ziel ist Pakenham, eine kleine Stadt nahe Melbourne im äußersten Süden Australiens. Dort ist die in Oldenburg geborene Ernährungsmedizinerin nun zu Hause. Zum zehnten Mal seit 1999 sind Manfred und Irene Hohaus jetzt zur anderen Seite des Erdballs gereist, um den Kontakt zur Tochter und deren beiden Kindern zu pflegen und den fünften Kontinent für sich zu entdecken. „Es wird nicht die letzte Reise gewesen sein“, sagt Manfred Hohaus (78), der wie seine Frau (71) von Australien begeistert ist.

„In den ersten Jahren waren wir viel mit dem Wohnmobil unterwegs und haben eine vielfältige Landschaft, Weizenfelder bis zum Horizont und unendlich lange Sandstrände gesehen sowie sehr kontaktfreudige Menschen getroffen“, schwärmt der frühere Zollfahnder.

Kilometerlang geradeaus

„Da geht es Hunderte Kilometer nur geradeaus. Keine Kurve, nichts“, berichtet er von einer Wohnmobilfahrt von Perth nach Melbourne, immer an der Küste entlang. Gelegentlich gab es eine Rastanlage und eine Tankmöglichkeit. „Die sollte man dann auch nutzen, sonst ist man aufgeschmissen“, sagt Hohaus. Und auch an den Wasservorrat sollte man denken, ergänzt seine Frau, denn im deutschen Winter haben die Australier Hochsommer – und da kann’s rund um Melbourne mehr als 40 Grad Celsius heiß werden. „Da geht dann nichts mehr. Man bleibt im Haus und schaltet die Klimaanlage an“, erzählt Irene Hohaus.

Ihre Tochter Heike, ehemalige Schülerin der Graf-Anton-Günther-Schule, war Anfang der 1990er Jahre als Rucksacktouristin in Australien unterwegs und lernte in Perth ihren späteren Mann Ian kennen. Er kam nach Deutschland, dort wurde geheiratet, und die Kinder Henri und Isabella kamen zur Welt. Dann zog die Familie nach Australien. Manfred und Irene Hohaus flogen erstmals 1999 in die neue Heimat ihrer Tochter, die rund um Oldenburg noch viele Freunde hat und in den Jahren, in denen ihre Eltern nicht zu ihr kamen, einen Abstecher nach Achternmeer machte.

Hier leben die Eltern in einem stabilen Klinkerhaus. In Australien ist dagegen die Holzbauweise weit verbreitet. Manfred Hohaus wundert sich, dass Energiesparen dort keine so große Rolle spiele. Kaum Solaranlagen, viele Fenster mit Einfachglas und als Dämmung Alufolie, die vor allem Strahlungswärme abhalten solle, hat er beobachtet. In Gesprächen mit Australiern hat der frühere Wardenburger SPD-Ratsherr zudem erlebt, dass sich viele Menschen dort weniger mit internationaler Politik befassen.

Neu war für Manfred Hohaus, dass es in australischen Supermärkten keinen Alkohol gibt. Der findet sich in speziellen Bottleshops, die nur betreten darf, wer älter als 18 Jahre ist. Restaurants benötigen eine spezielle Lizenz, wenn sie Wein oder Bier zum Essen verkaufen wollen. Wenn das Lieblingsrestaurant diese Lizenz nicht hat, bringen die Australier Wein oder Bier eben selber mit. Das ist dort selbstverständlich und akzeptiert.

Auch deutsches Essen

Für die ganze Familie gibt es in Melbourne übrigens einen Pflichttermin, auf den vor allem die Kinder drängen: Im Victoria Market gibt es Bratwurst mit Sauerkraut. „Da müssen wir dann mit den Enkelkindern unbedingt hin“, sagt Manfred Hohaus. Selbst Ernährungsmedizinerin Heike hat keine Einwände. Wenn die Eltern in Melbourne sind, gehört das typisch deutsche Gericht dazu. Erst dann ist der Aufenthalt wirklich rund.

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