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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wenn in Colnrade die Puppen tanzen

04.10.2018

Colnrade „Hand drauf!“ – Andreas Jacobs aus Delmenhorst schlug bei Christa Maas ein. Gerade hatte er an ihrem Stand zwei große Puppen und Silberkannen erworben. Der Delmenhorster blickte zufrieden auf: „Jetzt können wir weiter“, lächelte Jacobs seine Begleiterin an. Da war es erst kurz nach 9 Uhr, aber schon proppenvoll in den Straßen. Hökermarkt eben. Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, gilt in Colnrade der Ausnahmezustand.

Etwa 300 Stände

Der Startschuss für das Ereignis des Jahres im 800-Seelen-Ort fiel bereits in aller Frühe: „Um 3 Uhr haben wir die Straßen abgesperrt“, berichtete Ortsbrandmeister Carsten Lüllmann, der im Colnrader Feuerwehrhaus knapp 100 Helferinnen und Helfer begrüßte. Es galt, Aufgaben zu verteilen, letzte Absprachen zu treffen. Vor allem Vertreter der Feuerwehr, des Sportclubs und des Fischereivereins waren im ehrenamtlichen Einsatz. „Wir haben die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt“, erklärte Lüllmann.

Bereits kurz vor 5 Uhr begann der Run. Am Kieselhorster Weg bildete sich eine kleine Fahrzeugschlange. Die ersten Verkäufer trudelten an und wollten aufbauen. „Einige kamen schon am Vortag“, so Lüllmann, „das hat sehr zur Entzerrung beigetragen.“ Witterungsbedingt gab es zunächst einige Lücken, die aber durch unangemeldete Verkäufer geschlossen wurden. Rund 300 Stände wurden am Ende gezählt, etwas weniger als in den Vorjahren. Die Zahl der Flohmarktbesucher wurde auf rund 20 000 geschätzt. Offiziell startete der Hökermarkt um 9 Uhr. Aber bereits in den frühen Morgenstunden waren die ersten Schnäppchenjäger unterwegs – manche ausgerüstet mit Stirn- oder Taschenlampen. Im Nu füllten sich auch die Parkplätze am Ortsrand.

Erneut war die Auswahl riesig: Bilder und Blumen, Spiele und Stühle, Holzfiguren und Hustenbonbons, Geschirr und Gestecke. Erstmals dabei war der Lions-Club Oldenburger Geest mit einem Bücherverkauf. Bert Jüngling, der neu im Serviceclub ist, hatte seine Einfahrt für den Stand zur Verfügung gestellt. „Der Erlös kommt Kindern und Familien zugute, die in Not geraten sind“, erläuterte Wolfgang Kirsch. Regelmäßig unter den Anbieterinnen ist die Colnraderin Helga Henkel, die von Kerstin Imuesi unterstützt wurde. Rita Bahrs aus Steinloge nutzte die Gelegenheit, um dort bereits weihnachtliche Deko zu kaufen. „Ich suche noch einen Gartentisch und Hocker.“ Bei Marion Bahrs aus Hölingen gab es liebevoll verzierte Kränze, Kürbisbrötchen und Kürbismarmelade.

Altes Wagenrad

Schnell fündig wurde Jessica Kuzaj. Die Delmenhorsterin erstand bei Franz Guttroff aus Merzen (bei Osnabrück) ein altes Wagenrad. „Das wird eine schöne Deko für den Schuppen“, freute sie sich. Ein altes Bügeleisen kam dazu. „Ich bin jedes Jahr hier“, sagte Guttroff, der von Tochter Stefanie unterstützt wurde. Beim Verhandeln blieb Guttroff konsequent: „85 Euro und keinen Cent weniger“, stellte er klar, als ein Kunde nach der antiken Ofenplatte fragte. Begehrt waren auch die hölzernen Figuren.

Mit zwei alten Stühlen zogen Irmgard Schmidt und Dagmar Koopmann aus Twistringen von dannen. „Die werden aufbereitet und kommen dann auf die Diele“, sagte Koopmann. Der Hökermarkt sei schon seit Jahren ihr Ziel am 3. Oktober. Comics und Tennisbälle für ihren Hund „Oskar“ kauften Carina (11) und Mutter Manuela Feldhaus aus Goldenstedt. Zugleich nutzten sie die Gelegenheit, um an der Gondel des Hüffermann-Krans das Treiben im Dorf aus luftiger Höhe zu betrachten. Über ihren Verhandlungserfolg beim Kauf von Lego-Figuren freuten sich Emma (12) und Mathis (10). Und für Till (3) gab es einen neuen Spielzeugtrecker.

Der Stand von Kalle Duveneck war nicht nur aufgrund der Angebote gut frequentiert: Der Ganderkeseer hatte sich als Pinocchio verkleidet. Eine kleine Werbung für den Fasching in seinem Heimatort. Duveneck will auch im nächsten Jahr wieder dabei sein – wenn beim Hökermarkt in Colnrade die Ṕuppen tanzen.


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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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