• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Das dickste Wildeshauser Blut“

21.05.2012

WILDESHAUSEN Das Bild hängt inzwischen im Museum: Es zeigt den König in schwarzem Cordanzug und mit silberner Kette, Ehrendamen halten den Triumphbogen, Offizier Edo Hakemann gibt Anweisungen. „Eine schöne Erinnerung“, lächelt Fritz-Dieter Nordmann. Vor 40 Jahren wurde er Kinderkönig der Gilde.

„Eigentlich wollte ich schon gar nicht mehr mitschießen“, erinnert sich der Unternehmer. „Ich war damals schon 14 Jahre alt, und in meiner Clique wurde der Ausmarsch schon ein wenig als peinlich empfunden.“ An der Vogelstange habe es ihn dann aber doch „gejuckt“. Gut 40 Schützen traten in den Stand; oft fünf zur gleichen Zeit. Es gab mehrere Umschießen. „Das war damals alles deutlich gefährlicher als heute.“ Nordmann gewann und zog im Glücksgefühl in die Stadt ein. „Das war etwas ganz Besonderes. Dass einem Kind so zugejubelt wird, konnte ich damals kaum fassen“, so der heute 55-Jährige. Zur Königin erwählte er sich Christina Becker (heute Poppe). „Sie ging damals mit mir in die gleiche Klasse.“ Es folgten der obligatorische Ehrentanz und eine große Feier. König der Gilde war vor 40 Jahren der inzwischen verstorbene Fritz Gebken; Schaffer wurde damals Manfred Hartung.

An viele Dinge aus jener Zeit kann sich Nordmann noch gut erinnern: das Ketteputzen im folgenden Jahr oder als er vom elterlichen Haus in der Sögestraße abgeholt wurde. „In der Einfahrt war alles festlich gedeckt. Musikzüge, Pioniere und andere vor unserem Haus – das war schon toll.“ Später haben auch die Eltern anderer Kinderkönige bei der Familie Nordmann nachgefragt, ob ihre Kinder ebenfalls in der Sögestraße abgeholt werden könnten.

Im Jahr 1975 trat Fritz-Dieter Nordmann dann in die Schützengilde ein. Auch bekannte Wildeshauser wie „Bobby“ Bowe, Ludger Kreienborg, Gerd Kramer oder Volker Schröder traten damals auf der Herrlichkeit an die Fahne, wie sich Nordmann erinnert. Regelmäßig ist er seitdem mit ausmarschiert. Und 1985 folgte ein weiterer Triumph: Nordmann wurde König der Gilde. Wie schon zu der Zeit als Kinderkönig kam ein kleines silbernes Fass als Schild an die Königskette. Seinen Brüdern sei es nicht geglückt, den Papagoy von der Stange zu holen. „Ich habe wohl das dickste Wildeshauser Blut“, vermutet Fritz-Dieter Nordmann.

Und wo ist der Flitzebogen des Kinderkönigs geblieben? „Den habe ich damals gleich auf den Dachboden gepackt“, erzählt Nordmann. „Da sollte niemand mehr mit schießen.“ Heute hängt das gute Stück im Museum. Auch eine Episode der spannenden Nordmann-Geschichte.

 @ Ein „Spezial“ zur Gilde unter http://www.NWZ.online.de/gildefest

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

Weitere Nachrichten:

Schützengilde | NWZ

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.