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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kein Handicap hält sie auf

13.05.2019

Delmenhorst /Falkenburg Immer wieder gab es Szenenapplaus, und am Ende hielt es das Publikum nicht auf den Sitzen: Die Premiere von „Die Falkenburger Dorfmusikanten“ im Kleinen Haus in Delmenhorst am Freitag bekam minutenlangen Beifall. Das inklusive Theaterprojekt begeisterte und berührte die Zuschauer im voll besetzten Saal.

Ute Wessels nahm in einem bequemen Sessel auf der Bühne Platz. Die Inhaberin der Tanzschule in Falkenburg hatte das Theaterstück mit Männern und Frauen aus Wohngruppen der Norle gGmbH und der Lebenshilfe einstudiert. In der Aufführung schlüpfte sie in einen großkarierten Schlafanzug und wurde zur Erzählerin des Märchens von den Bremer Stadtmusikanten. Esel, Hund, Katze und Hahn wurden im Stück zu den Falkenburger Dorfmusikanten. Als sich zu Katja Epsteins Lied „Theater“ der Vorhang öffnete, gab er den Blick auf ein farbenfrohes Bühnenbild frei: Ein Wald und ein bunt bemaltes Haus wurden zur Kulisse für den Esel, der einen ramponierten Koffer über die Bühne trug. Nach und nach holte er den alten Hund, die zahnlose Katze und den Hahn ab, um mit ihnen auf die Suche nach einem besseren Leben zu gehen.

Nicht nur die Kulisse, sondern auch die Kostüme zeigten, wie viel Arbeit alle Beteiligten in das Theaterprojekt gesteckt hatten. So bestand das graue Kostüm des Esels aus unzähligen Papierrollen und einer Kopfbedeckung mit zwei großen Ohren. Auch alle anderen Darsteller trugen liebevoll gestaltete Kostüme. Viele von ihnen zogen als Bäume über die Bühne – mit Jute-Kleidung und grünen Blättern auf dem Kopf. Die Räuber, die mit Basketballkappen und karierten Hemden daher kamen, sahen wahrhaft verwegen aus. Während die Tiere umherwanderten, zog hinter ihnen eine Bildtapete vorbei, die mit Blumen, Bäumen und Vögeln bemalt war. Auch die Arbeit daran gehörte zum Projekt.

Vor Beginn des Stücks begrüßte Schirmherr Dr. Johann Böhmann das Publikum. Außerdem waren Fotos und Videos von der Entstehung zu sehen. Tanz- und Theaterpädagogin Ute Wessels erläuterte, dass sich die Gruppe zunächst in „Darsteller“ und „Kreative“ aufgeteilt habe. Doch irgendwann hätten alle den Wunsch gehabt, auf der Bühne zu stehen.

Während der Aufführung gab es immer wieder Applaus, zum Beispiel, als der Hahn sein Krächzen hören ließ. „Du hast `ne gute Stimme“, sagte der Esel. Wenn man zusammen singe, könne sich das „echt geil“ anhören, meinte er und sorgte für Lacher. Zwischendurch gab es Musik und Tanzszenen, bei denen auch Gruppen aus der Tanzschule mitwirkten. Als die Tiere beim Haus der Räuber ankamen, führten diese mit den Bäumen einen ausgelassenen Tanz zu „Im Wald da sind die Räuber“ von Heino auf. Die Zuschauer klatschten mit, und den Akteuren machte die Interaktion mit dem Publikum sichtlich Spaß.

Im April 2018 hatten die Vorbereitungen begonnen. Ute Wessels berichtete von der besonderen Atmosphäre, die während der Proben entstanden sei. „Kein Handicap konnte uns aufhalten“, sagte sie. Die Spielfreude der Akteure war deutlich zu spüren: „Es ist toll, was sie auf die Beine gestellt haben und mit wie viel Eifer sie gespielt haben“, sagte eine Zuschauerin. „Man hat gemerkt, dass es den Schauspielern Spaß gemacht hat“, war eine andere Meinung. Auch Norle-Geschäftsführerin Margrit Haselei war beeindruckt von den Darstellern: „Sie sind über sich hinausgewachsen.“

Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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