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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Klostermuseum Hude: Der Spagat zwischen Angst und Hoffnung

30.05.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-05-30T05:19:31Z

Klostermuseum Hude:
Der Spagat zwischen Angst und Hoffnung

Hude Seit einer guten Woche läuft die Sonderausstellung „Flucht und Vertreibung im 20. und 21. Jahrhundert“ der Huder Klosterfreunde. Besucher können sich im Klostermuseum an der Von-Witzleben-Allee über die Bedeutung des Themas Flucht für den Klosterort informieren.

Beleuchtet werden unter anderem die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die aktuelle Flüchtlingsthematik. In einem Gespräch mit der NWZ zieht Wolfgang Schaller, Vorsitzender der Huder Klosterfreunde, eine erste Bilanz der Ausstellung.

Was ist das Besondere an dieser Ausstellung

?
Die 14-jährige Diana hat in ihrem Bild (oben links) dargestellt, wie die historische Hängebrücke von Deir ez-Zor bombardiert und zerstört wird. BILD: Wolfgang Alexander Meyer

Von der Zerstörung einer Brücke in Syrien

Ihre Fluchterfahrungen haben auch Kinder einer syrischen Familie in Bildern und Texten verarbeitet.

Zusammen mit ihren Eltern und fünf Geschwistern kam Diana nach Hude.

Die 14-Jährige hat die Zerstörung der historischen Hängebrücke in dem syrischen Ort Deir ez-Zor gemalt.

Sie selbst hat gesehen, wie Bomben aus Flugzeugen auf die Fußgängerbrücke, die die Ufer des Flusses Euphrat miteinander verbindet, abgeworfen wurden.

„Flucht und Vertreibung sind nichts Ungewöhnliches. Das Thema wurde bereits in der Bibel aufgegriffen, als Gott Adam und Eva aus dem Paradies verbannte. Wir zeigen dies an Beispielen von Menschen, die in Hude leben und selber fliehen mussten oder vertrieben wurden.“

Wie kommt die Ausstellung bei Besuchern an

?

„Der bisherige Höhepunkt der Ausstellung war die Eröffnung am internationalen Museumstag. Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen, vor allem von den vielen Flüchtlingen, die an dem Sonntag gekommen waren. Alles in allem war das ein sehr lebendiges und ausgelassenes Treffen. Aber auch nach der Eröffnung finden immer wieder Besucher zu uns, die sich die Ausstellung anschauen möchten.“

Für Interessierte:

Bis zum 18 Juni ist die Ausstellung im Klostermuseum geöffnet (samstags, sonntags und an Feiertagen von 15 bis 17 Uhr). Extraführungen können unter fuehrungen@klosterhude.de vereinbart werden.

Sind sie zufrieden mit der Resonanz

?

„Wir sind absolut zufrieden. Die Bilder in der Ausstellung kommen gut an. Besonders beeindruckende Bilder hat Ohnbazghi Zere Kidane gemalt. Er schafft es, den Spagat zwischen der Angst der Menschen und ihrer Hoffnung in seinen Bildern eindrucksvoll darzustellen.

Symbolhaft: Der springende Tiger steht für die Regierung des Staates Eritrea, der seine Bürger (Hirsch) zur Flucht Mittelmeer (Krokodil und Wasser) treibt, in dem viele Gefahren und auch der Tod lauern.
Dramatisch: Ein Boot, das bis auf den letzten Platz mit Flüchtlingen besetzt ist, kentert im Mittelmeer BILD: Wolfgang Alexander Meyer
Flucht aus Eritrea: Verschiedene Gruppen der Bevölkerung verlassen das Land am Roten Meer, unter ihnen Sportler, Intellektuelle, Soldaten und Ärzte.
Ohnbazghi Zere Kidane

Die Vertreibung aus dem afrikanischen Staat Eritrea

Ohnbazghi Zere Kidane war vor seiner Flucht nach Deutschland Busfahrer in Eritrea . Der Künstler hat in seinen Bildern die Flucht aus seinem Heimatland Eritrea verarbeitet.

Die Motive sind dabei symbolhaft und auch von realen Ereignissen beeinflusst.

Einige Situationen, die er in seinen Bildern darstellt, hat er selber erlebt.

Seine Bilder hat der Künstler, der seit rund zweieinhalb Jahren in Hude lebt, auch in Wildeshausen ausgestellt.

Ebenfalls beeindruckend ist das alte Foto, auf dem die Baracken im Park am Huder Kloster zu sehen sind, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, um die vielen Vertriebenen unterzubringen.“

Wen würden sie gerne in der Ausstellung begrüßen

?

„Ich würde mir wünschen, dass mehr Jugendliche kommen. Wir Klosterfreunde würden uns jedenfalls freuen, wenn auch Schulklassen oder Jugendgruppen vorbeischauen. Termine können durchaus außerhalb der regulären Öffnungszeiten vereinbart werden. Außerdem würden wir die Führungen für Jugendliche auch kostenlos anbieten.“

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