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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Dichtung und Wahrheit

21.03.2013

Hude „So wie man Musik durch Instrumente transportiert, kann man Gefühle durch Poesie vermitteln“, sagt Anja Janzen, überlegt kurz und nickt dann. Ja, so würde die Leiterin der Huder Bibliothek die hohe Kunst des Dichtens beschreiben. Vor ihr liegt ein Stapel bunter Blätter mit Versen verschiedener Autoren. Damit möchte die 43-Jährige ihre lesefreudigen Besucher an diesem Donnerstag, 21. März, beschenken – es ist der Welttag der Poesie.

Von Heinrich Heine bis zum Tigerenten-Erfinder Janosch ist für jede Stimmung etwas dabei. Denn darauf komme es an, sagt die Huderin: „Gedichte sind Momenterfahrungen, sie beschreiben Gefühle, in denen sich der Leser selbst wiederfinden kann.“

Was Goethe vor 200 Jahren über Liebe und Sehnsucht schrieb, habe heute die gleiche Bedeutung für verliebte oder verlassene Menschen, fährt sie fort. Von einem „Ansturm“ auf die klassischen Gedichtbände könne die Bibliotheksleiterin nicht sprechen, verliehen würden die Werke aber regelmäßig. Zum Fundus der Bücherei gehören auch modernere Literaten: Freches von Ringelnatz, Gekalauertes von Heinz Erhardt, Tiefgründiges von Morgenstern, Melancholisches von Kästner, Knappes von Bertold Brecht oder Ergreifendes von Erich Fried. Auch für ganz kleine Poesie-Liebhaber hat Anja Janzen etwas im Angebot: Seit Anfang des Jahres gastierte die wandernde Bücherausstellung „Mit Ottern stottern, mit Drachen lachen“ in der Bibliothek. Am „Tag der Poesie“ dürfen die Kinder letztmalig in den Versbüchern und bunt bebilderten Gedichtbänden blättern.

Ganz gleich, in welcher Generation – Poesie sei nicht aus der Mode gekommen, meint die Fachfrau. „Ich glaube ja, dass viele Jugendliche Gedichte lesen – und sogar schreiben. Sie geben es nur nicht zu“, sagt die zweifache Mutter lächelnd. Sie selbst habe hunderte von Lieblingsbüchern und möge viele verschiedene Gedichte. Auf unzähligen Seiten haben die Worte großer Autoren das Leben der Huderin begleitet. Früher war es Astrid Lindgrens „Madita“, später die Werke von Jane Austen, dann Liebesgedichte von Erich Fried und zwischendurch Zeilen von Herbert Grönemeyer – dem singenden Poeten.

Der Gedenktag sei ein schöner Anlass, wieder in Gedichtbänden zu blättern, meint Anja Janzen – aber Sorge, Poesie könne im neuen Medienzeitalter an Bedeutung verlieren, habe sie nicht: „Gefühle bleiben – ob auf Papier oder im Internet.“

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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