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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Dieser Mann sammelt Stadtgeschichte

02.06.2014

Altona „Bilder begleiten uns ein Leben lang. Sie erinnern uns, muntern uns auf, stimmen uns traurig.“ – Worte, mit denen Heinrich Boning seine Laudatio zur Verleihung des goldenen Brummkreisels an Alfred Panschar während der 50-Jahr-Feier des Brummkreiselvereins Wildeshausen hielt.

In der voll besetzten Veranstaltungsscheune auf Gut Altona hatten sich an die 300 geladene Gäste und Mitglieder eingefunden, um mit einem abwechslungsreichen Programm zu feiern.

Doch bevor Panschar die Bühne betreten durfte, schaute Boning ins Jahr 1801. „Im Kirchenbuch von Dötlingen erfolgte am 10. Juni 1801 ein bemerkenswerter Eintrag. Verstorben ist Peter Panschard, ein Witwer katholischer Religion in Brettorf.“ Wie Boning weiter ausführte, war Panschard französischer Soldat, der möglicherweise desertierte. „Die näheren Umstände verkehren sich im Dunkel der Geschichte. Der Name Panschar ohne das D tauchte aber 1846 in Wildeshausen auf. Der verlorene Sohn aus Verdun hat sich vor 250 Jahren wohl in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können, dass ein Nachfahre von ihm, sich nicht nur mit Leidenschaft und Feuereifer seiner eigenen Herkunft, sondern vor allem dem geschichtlichen Bild seiner Heimatstadt Wildeshausen widmen würde.“

Als Bildersammler, Büchermacher, Ausstellungsorganisator, Heimatschriftsteller und Fotografen stellte Boning Alfred Panschar vor. „Ihm verdanken wir Wildeshauser viel – auch ich meine qualvolle Fortsetzung als Gilderichter.“ Boning erinnerte an Panschars Werdegang, der in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Wildeshausen mündete, wo er schließlich Archivar wurde – ein Metier, in dem sich Panschar wohlfühlte. Unzählige Fotos und Dokumente sammelte der Wildeshauser. Der Nachlass ist nun geordnet und der Schützengilde Wildeshausen mit bis zu 5000 Dokumenten und Bildern aus der Nachkriegszeit beim pfingstlichen Schützenfest-Treiben übergeben. Und auch der Bürger- und Geschichtsverein übernahm rund 10 000 historische Aufnahmen und aus Wildeshausen. Boning: „Alfred Panschar hat sich um seine Heimatstadt verdient gemacht. Er wird in seinen Bildern und Büchern fortleben.“

Aber nicht nur Panschar konnte sich feiern lassen, sondern auch der Brummkreiselverein selber. Boning erinnerte an die Anfänge, an die Frühschoppenrunde nach dem Gildefest, an sorglose Kindertage, an die gute alte Zeit mit Schillerkragen und Dreiviertelhose und das Brummkreiselspielen. Am Pfingstmittwoch 1964 hoben im alten „Lindenhof“ fünf unternehmungslustige Nachbarn der Brummkreiselverein aus der Taufe.

Mit Musik von Kalle Boht, Witzen von Otto Böttcher und dem engagierten Auftritt von Elise Plietsch, der ordnungs-liebenden Gästeführerin und Entertainerin aus Dötlingen, sowie einer Tombola ohne Nieten wurde das Jubiläum gefeiert. Für Live-Musik sorgte die Wildeshauser Band Yucatan. Diesmal mit Gastsängerin Angelika Stelter. Übrigens feierte die Band selber ein kleines Jubiläum, denn sieht besteht seit 35 Jahren.

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