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Ausstellung Der Dötlingen-Stiftung: Emy Rogge: Mehr als eine nette Landschaftsmalerin

13.01.2020

Dötlingen „Diese Bilder sind wie ein Gang durch das Leben von Emy Rogge und stellen ihre unterschiedlichen Schaffensperioden dar.“ Je länger sich Gerti Essing vom Vorstand der Dötlingen-Stiftung mit der Künstlerin Emy Rogge (1866-1959) beschäftigt, desto mehr kommt sie ins Schwärmen: „Sie ist mehr als eine nette kleine Landschaftsmalerin.“

Davon überzeugen können sich Kunstfreunde seit Sonntag in der Müller-vom-Siel-Kate in Dötlingen. Dort zeigt die Dötlingen-Stiftung noch bis zum 9. Februar 28 Ölgemälde und Radierungen von Anna Emilie Clara (kurz: Emy) Rogge, die unter anderem Schülerin in der Dötlinger Malschule von Georg Müller vom Siel (1865-1939) war.

Müller vom Siel war nicht nur ihr Lehrer, sondern auch ihr Cousin 2. Grades. „Der Großvater von Emy Rogge und die Großmutter von Müller vom Siel waren Geschwister“, erwähnte Gerti von Essing am Sonntag bei der Vernissage in ihren einführenden Worten zur Ausstellung.

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Zu den frühen Werken von Emy Rogge zählen ihre klassischen Blumenstillleben, die sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts während ihres Studiums bei der Blumenmalerin Carolin Friedrich in Dresden schuf. 1901 zog es die in Schweewarden an der Wesermündung geborene Tochter aus gutem Hause nach Berlin. Im dortigen Kaiser-Friedrich-Museum, dem späteren Bode-Museum, war es ihre Hauptaufgabe, alte Meister zu kopieren. Ein großes Ölgemälde aus dieser Zeit, das Friedrich den Großen beim Flöte spielen zeigt, ist Teil der aktuellen Ausstellung. Obwohl Emy Rogge in Berlin arbeitete, gehörte die in der Wesermarsch aufgewachsene Malerin zu den Gründungsmitgliedern des Oldenburger Künstlerbundes.

Motive mit Moor, Heide, Bauernkaten und Torfkähnen zeugen von ihrer Zeit in Worpswede, wohin es Emy Rogge 1922 zog. Vor den Toren der Künstlerkolonie, in Worphausen, richtete die Künstlerin zusammen mit ihrem Bruder Cornelius Rogge eine Radierwerkstatt ein. „Die kolorierten und signierten Radierungen der Rogges verbreiteten sich auch als Postkarten“, wusste Essing zu berichten. „Ihre Drucktechniken zeugen von fundierter handwerklicher Ausbildung und haben einen ausgeprägt malerischen Charakter.“

In ihren 92 Lebensjahren kamen also etliche Bilder der Künstlerin zusammen, von der das Museum Nordenham seit Juli 2019 eine Dauerausstellung zeigt. Rund 40 Bilder und Radierungen sind seit einiger Zeit im Besitz der Dötlingen-Stiftung. Sie stammen aus einer Schenkung von rund 150 Bildern des Hamburgers Richard Brinkmann, eines in Wildeshausen geborenen Kunstsammlers. „Bei der Durchsicht dieser uns anvertrauten Bilder ist uns bewusst geworden, wie vielseitig das Werk von Emy Rogge ist und welch einen Schatz wir da bekommen haben“, so Gerti Essing. Längst nicht alle Rogge-Bilder aus der Schenkung hätten in der Müller-vom-Siel-Kate Platz gefunden. Zudem bereicherten auch Leihgaben die Ausstellung.

Übrigens: Ein Gemälde mit weißen Lilien aus der „Blumenphase“ der Emy Rogge ist im Besitz der Gemeinde Dötlingen und hängt im Rathaus in Neerstedt.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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