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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Kultureller Motor des Dorfes“

26.08.2019

Dötlingen Vor rund sechs Wochen hatte Thomas Kossendey das Dorf Dötlingen besucht und auch einen neugierigen Blick in die Diele des Tabkenhofes geworfen. Da sah er den einstigen Kuhstall noch im alten Zustand von 2012, seitdem de facto ungenutzt. „Das hätte ich nicht für möglich gehalten, dass es ein so toller Festsaal wird“, sagte der Präsident der Oldenburgischen Landschaft in seiner Festrede zum 20-jährigen Bestehen der Dötlingen-Stiftung am Samstagmittag. Damit traf er den Tenor unter den rund 110 geladenen Gäste auf den Punkt. Was das kleine Team der Stiftung zusammen mit Gerda Tabken und Hofverwalter Fabian Ebelt geschaffen hat, ist erstaunlich. „Mit Presslufthammer und Spanplatten“ so Kossendey, sei ganze Arbeit geleistet worden und für die Festwoche bis zum 31. August ein sehr schöner Rahmen.

Ausstellungen aufgebaut

Am Kopfende der Diele steht die große Bühne, davor die schön gedeckten Tische. Auf der rechten Seite sind in den Nischen die Bilderausstellungen zu bewundern, von den Werken der historischen Maler bis zu den zeitgenössischen Künstlern. Hinzu kommen kurze Selbstdarstellungen der Stiftung und des Tabkenhofes. Diese Ausstellungen sind die ganze Woche über zu sehen. Auf der linken Seite sind die Gastronomie und Stehtische angeordnet. Alles wird in ein angenehmes Licht getaucht. „Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, in einem solch bekannten und einzigartigen Gebäude einen solchen Geburtstag zu feiern“, sagte denn auch Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille in seinem Grußwort über das größte Niedersachsenhaus im Nordwesten

Übernahm am Samstag den musikalischen Part: Prof. Günter Berger am Klavier BILD: Ulrich Suttka

Musik, Mittagessen und Führungen

Unter den 110 Gästen waren neben vielen Künstlern und Kulturschaffenden auch viele Helfer und Unterstützer, sowohl mit ehrenamtlicher Arbeit als auch mit Spenden. Zugegen war auch der langjährige Dötlinger Bürgermeister Heino Pauka, inzwischen beim Landkreis Wesermarsch tätig. Annette Burger war für die Otto-Pankok-Gesellschaft zum Auftakt der Festwoche nach Dötlingen gekommen.

Den musikalischen Part übernahm Prof. Günter Berger. Der 90-jährige Musiker und Komponist spielte am Klavier einige ausgewählte Werke von Schumann und Bach.

Nach dem Mittagessen folgen Führungen im Dorf und später die „Offene Diele“. An diesem Montag ist Pause bei der Festwoche, am Dienstag folgt nachmittags der Tag für die Kinder.

Harald  Meyer, Vorsitzende des Beirates der Stiftung und vor 20 Jahren als damaliger Bürgermeister einer der Ideengeber, nahm die Begrüßung der Gäste vor. Er erinnerte kurz an die Vorzeigeprojekte der Stiftung, das Doppelheuerhaus mit Galerie und Café, die Müller-vom-Siel-Kate sowie die Kultur-pur-Reihe mit inzwischen 120 Veranstaltungen.

Wen auch immer Meyer als Redner auf die Bühne bat: Der Grundtenor war stets gleich. Es gab großes Lob für das bürgerschaftliche Engagement der Stiftung für Kunst und Kultur sowie die Erhaltung historischer Gebäude. „Ohne die Aktivitäten der Dötlingen-Stiftung wäre unsere Gemeinde um vieles ärmer“, meinte Bürgermeister Spille. Die Stiftung habe sich in den vergangenen 20 Jahren nicht nur in der Gemeinde einen Namen gemacht, sondern auch darüber hinaus. Dabei sei man nicht vor Dingen zurückgeschreckt, von denen anderen die Finger gelassen hätten, beschrieb er den Wagemut. Die Gemeinde sei nicht nur den Vorstands- und Beiratsmitgliedern der Stiftung zu großem Dank verpflichtet, sondern auch der Familie Tabken und den Mitgliedern der „Rentnerbänd“.

Die immer gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oldenburg, gerade auch in den sensiblen Fragen des Denkmalschutzes, erwähnte Harald Meyer. „Diesen Termin habe ich mir seit langem frei gehalten“, hob Landrat Carsten Harings seine hohe Wertschätzung der Stiftung hervor. Dötlingen sei ein anerkannter Ort von Kunst und Kultur, auch dank des Wirkens der Stiftung. „Sie schauen in die Zukunft und bewahren die Schätze der Vergangenheit“, empfand er das Motto der Stiftung „Ohne Vergangenheit keine Zukunft“ als sehr passend. Kunst und Kultur seien „keine Luxusgüter, sondern ein Grundrecht, auf das alle Menschen Anspruch haben“.

In seiner Festrede verknüpfet der Landschafts-Präsident Dötlingen und den Begriff Heimat. Kossendey attestierte dem Ort eine Heimat zu sein, die weltoffen und lebendig sei, „eben kein Museum“. Die lange Tradition des Künstlerdorfes sei keineswegs angestaubt, sondern absolut aktiv und in Bewegung. Das Künstlerdorf drehe sich nicht um sich selbst. „Die Dötlingen-Stiftung, der kulturelle Motor des Dorfes, ist Mitglied von EuroArt“, erinnerte Kossendey. Damit sei man aktiv in einem Netzwerk der europäischen Künstlerkolonien.

Ländliche Kulturarbeit

Die Stiftung sei auch ein gutes Beispiel für ländliche Kulturarbeit. Sie habe in den 20 Jahren viele Menschen mit dem Kulturvirus infiziert, Menschen aus Dötlingen, dem Landkreis und weit darüber hinaus. Dabei trage Kulturarbeit auch ganz wesentliche bei „zur Immunisierung gegen Engherzigkeit und Intoleranz“, zeigte sich der Präsident überzeugt. Kossendey erwähnte die Aktivitäten beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, bei der Erstellung des Katalogs „Künstlerkolonie Dötlingen“ und den Kontakt in die Niederlande. „Die Stiftung leistet einen hervorragenden Beitrag zum Kulturleben in Dötlingen und im ganzen Oldenburger Land“, sagte der Präsident. „Wenn Sie so weitermachen, ist mir um die Zukunft nicht bange.“

Kunst-Experte Jürgen Weichardt widmete sich sowohl der historischen Künstlerkolonie als auch der Kunstszene der vergangenen 50 Jahre bis heute. Er listete viele Namen auf als Beleg für die „permanent-vielseitige Kunststätte“, die Dötlingen sei.
Mehrfach klang in den Reden die Enttäuschung über die gescheiterten Pläne für einen Kulturpavillon an. Unsere Zeitung widmet sich am Dienstag diesem Thema.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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