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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

RATHAUSKONZERT: Drei Temperamente begeistern Publikum

22.01.2007

GANDERKESEE Hohe Virtuosität zeichnete die Musikerinnen aus. Auch die Zugabe kam gut an.

Von Itte Jakob GANDERKESEE - Mit homogenem Zusammenspiel trotz ihrer unterschiedlichen Temperamente bezauberten die drei jungen Musikerinnen des „Trio Rodin“ aus Den Haag – Anna van Nieukerken (Piano), Sophia Torrenga (Violine) und Sanne van der Horst (Violoncello) – am Sonnabend die Zuhörer des Rathauskonzertes in Ganderkesee.

Ludwig van Beethovens Klaviertrio op.1. Nr. 1, im Volksmund wegen der hohen Dezimen-Sprünge in Geige und Klavier im 4. Satz (Presto) auch „Meerschweinchen“-Trio genannt, war dabei der gelungene Einstieg in einen Kammermusikabend vom Feinsten: Unbekümmert und frisch kosteten die drei Künstlerinnen Beethovens beschwingtes Wechselspiel seiner Melodienführung aus. Sie wussten aber auch im Adagio cantabile das innige Stimmungsbild mit seinen weiten gesanglichen Linien und zarten Begleitfiguren überzeugend zu vermitteln.

In eine andere Welt entführten die drei Nocturnes von Ernest Bloch (1880 bis 1959). Er sagte von sich: „Ich habe auf eine innere Stimme gehorcht, die sich bei der Lektüre bestimmter Bibelstellen erhob und als uraltes Erbe in meiner Musik zum Klingen kam.“

So mögen wohl auch seine drei Nocturnes entstanden sein, Sphärenmusik unter klarem Himmel (Andante) zum einen, eine warme Sommernacht (Andante quieto mit innigem Cello-Solo) zum anderen, und als drittes „Tempestoso“ (stürmisch) mit heftigen Unwetterböen, langsam nachlassend.

Nach der Pause dann das Klaviertrio op. 32 in d von Anton Arenskij (1861 bis 1906), seinem bekanntesten Kammermusikwerk. Es ist dem namhaften russischen Cellisten Karl Dawydow gewidmet und lässt im Mittelteil des zweiten Satzes (Scherzo: Allegro molto) eine deutliche Anlehnung an das berühmte zweite Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns erkennen.

Die drei Musikerinnen erfassten Arenskijs Musik in ihrer vollen dynamischen Bandbreite mit zarten Geigen-Soli im Wechsel mit dem Cello, dazu impressionistisch überzeugend die begleitende Funktion des Klavierparts, der oft an Claude Debussy erinnerte. Aber hier war es eben ein „russischer Debussy“.

Mit einem weiteren Beweis ihrer Virtuosität und ihrer technischen Behändigkeit bedankten sich die Künstlerinnen für den anhaltenden Applaus durch eine besondere Zugabe: „Primavera porteña“ von Astor Piazolla. Für europäische Ohren ein ungewöhnlicher Frühling – aber wer weiß, ob in unseren Breiten nicht auch bald argentinische Klimaverhältnisse herrschen.

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