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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Druckereimuseum in Sandkrug macht dicht

04.06.2016

Sandkrug In Sandkrug geht nach mehr als 26 Jahren eine Ära zu Ende. Das 1989 im heutigen Tee & Café von Horst Kolter eröffnete Druckereimuseum am Ortseingang an der Astruper Straße schließt - möglicherweise endgültig. Thomas Kolter, Sohn des verstorbenen Museumsgründers und Vorsitzender des Fördervereins, bestätigte der NWZ , dass er den Pachtvertrag für das 1996 neugebaute Bauernhaus gegenüber dem ursprünglichen Standort zum Jahresende gekündigt hat. „Wir hatten zum Schluss nicht mehr so die Besucherzahlen“, sagt der in Hamburg lebende Kolter. Rückblickend sei klar, dass vor allem „mein Vater mit seiner Leidenschaft das Druckereimuseum am Leben gehalten hat.“

Nachdem nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Vereinsvorstand sich große Teile der ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter – darunter viele gelernte (Buch)-Drucker – nicht mehr engagieren konnten, fanden Führungen in dem Museum immer seltener statt. Nach Auffassung des Fördervereinsvorsitzenden war das aber nicht der Knackpunkt. „Es scheitert nicht an den Leuten, sondern am Geld. Es fehlt einfach die Möglichkeit, das Museum zu erhalten und weiter zu entwickeln.“

Schild an der Astruper Straße in Sandkrug BILD: Werner Fademrecht

Die Geschichte des Museums

1989: Horst Kolter (Bild) gründet das Druckereimuseum in den heutigen Räumen des Tee & Café.

1990: In den nächsten sechs Jahren übernimmt das Museum viele Exponate von Druckereien aus Nordhorn, Bielefeld, Münster, Cloppenburg, Potsdam, Bremen und Oldenburg.

1996: Das Museum zieht in ein benachbartes, neugebautes Bauernhaus. Die NWZ  unterstützt Horst Kolter finanziell.

2005: Gründung des Fördervereins, die „Förderer des Druckereimuseums GbR“ übernehmen die Patenschaft für das Museum.

2014: Museumsgründer Horst Kolter stirbt im Mai mit 80 Jahren

Ausgeräumt wird die umfangreiche Sammlung historischer Drucktechnik – etwa 200 Exponate – voraussichtlich bereits in den kommenden Wochen. An diesem Sonntag kommt laut Kolter der Förderverein zusammen, um noch einmal über die zur Verfügung stehenden Optionen zu beraten. Sein vordringlichster Wunsch wäre es, dass die Sammlung komplett bleibt, eventuell erst einmal eingelagert. Aber auch das wird nicht zuletzt eine Frage des Geldes sein.

Nach NWZ-Informationen hat nicht nur der Fördervereinsvorstand, sondern auch die Riege ehemaliger ehrenamtlicher Mitarbeiter versucht, für die Sammlung eine neue Bleibe zu finden – notfalls auch nur in Teilen. Ein Erfolg blieb bislang aus. „Es ist traurig anzusehen, wie einzigartige Technik vermutlich für immer verloren geht“, beklagt der Tungeler Norbert Stellbrink.

Für Katrin und Heinz Wübbeler, die Betreiber des Tee & Café am Museum, geht es jetzt verständlicherweise darum, eine geeignete Nachnutzung des Gebäudes zu finden. „Ein neues Konzept, um den Besuchern weiter ein passendes Ambiente bieten zu können“, wie die Sandkrugerin sagt. Ein Kunsthaus könnte eine solche Lösung sein, glaubt das Ehepaar. Das 480 m² große Gebäude des Museums biete reichlich Platz für die parallele Nutzung durch mehrere kreative Handwerker.

Töpfer, Goldschmiede, Bildhauer, Schnitzer, Maler oder auch Weber fänden ab Januar nächsten Jahres ausreichend Platz für Werkstätten und Verkaufsräume. Die Verpächter sind für alle Ideen offen, die zum Tee & Café und der bereits bestehenden Tischlerei ihres Sohnes passen. Interessenten können sich melden unter Telefon  04481/920921, 04481/8327 oder info@teeundcafe.de.

Werner Fademrecht
Hatten
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2731

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