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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

KONZERT: Ein beeindruckendes Erlebnis

26.03.2005

HARPSTEDT HARPSTEDT - Sich im erwachenden Frühling der Auferstehung Christi zu erinnern, gehört zu den großen geistlichen Traditionen des Abendlandes. Und kein Werk der Musik hat die biblische Passionsgeschichte ergreifender dargestellt als die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Ein Glücksfall war es für Harpstedt, dass die evangelische Kirchengemeinde den Bremer Domchor und die Bremer Kammer-Sinfonie unter der Leitung von Professor Wolfgang Helbich für eine Aufführung des Oratoriums in der Christuskirche gewinnen konnte. Mit ausgezeichneten Solisten wurde das Konzert am Gründonnerstag zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Im 26. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus setzt die Erzählung der Passionsgeschichte ein: Jesus spürt, dass seine letzten Tage auf Erden gekommen sind und dass er unermessliches Leid auf sich nehmen wird. Judas liefert ihn den Hohepriestern aus, Petrus verleugnet ihn und die römischen Soldaten quälen und demütigen ihn, bevor sie ihn am Kreuz hinrichten.

Bach inszeniert die Handlung in Wechselgesängen von Chor, Sopran (Agnieszka Tomaszewska), Altus (Martin Wölfel), Tenor (Daniel Behle), Bariton (Christoph Pohl) und Bass (Christof Fleischesser). In lutherischer Tradition hält er sich eng an den biblischen Text. Jedes Mal, wenn sich ihm die Gelegenheit bietet, hebt er den Gedanken des gesungenen Textes hervor, zieht melodisch, tonal oder rhythmisch die Verbindungen zwischen Worten und Musik. Er verleiht auf diese Weise den biblischen Texten durch die massive Kraft des Chores Gewicht, aber in den Solopartien gibt er auch der lyrischen Emotion freien Lauf. Das Leiden Christi, Liebe, Verrat und Hoffnung, werden so durch den Puls der Musik individuell erfahrbar.

Sich einem der genialsten Werke der Musikgeschichte zu stellen, ist auch für den Bremer Domchor eine Herausforderung. Doch Sänger und Instrumentalisten meisterten sie ohne Tadel. Der Chor besaß die stimmliche Kraft, die ganze spirituelle Wucht der Passion glaubwürdig zu interpretieren, und Solisten und Orchester beeindruckten mit dem Feingefühl, das die Leidensgeschichte verlangt. Hier sind besonders die stark geforderten Bläser hervorzuheben.

Das Harpstedter Publikum dankte mit ergriffenem Applaus. Ein Konzert dieser Qualität hätte sicherlich auch ein ausverkauftes Haus verdient gehabt.

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