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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Musik: Ein Hauch Schottland in Dötlingen

20.01.2017

Dötlingen Wer zehn Jahre Dudelsack spielt, hat sich davon sieben Jahre eingestimmt, sagt ein altes schottisches Sprichwort. Das mag man kaum glauben, wenn der zehnjährige Joris Kulbach in der gemütlichen Küche seiner Eltern „Viel Glück und viel Segen“ auf der eigens für ihn angefertigten Sackpfeife spielt. Das klingt nämlich sehr gekonnt – und das nach nur einem Jahr.

„Auf die Idee, Dudelsack zu spielen, bin ich gekommen, weil ich mit meinen Eltern viel auf Mittelalter-Märkten bin“, berichtet der Dötlinger, der die Privatschule Spascher Sand besucht. Mit einer Gruppe Gleichgesinnter zeltet seine Familie immer mal wieder auf Märkten in der Region und genießt das Ambiente fernab moderner Technik. „Eigentlich hat uns unser ältester Sohn Ole auf den Geschmack gebracht, der inzwischen längst andere Interessen hat“, blickt Vater Gregor Kulbach zurück.

Der Dudelsack

Die Sackpfeife oder der Dudelsack ist ein Holzblasinstrument. Zum Spielen wird Luft aus einem Luftsack durch Armdruck in Spiel- und Bordunpfeifen geleitet, wo Einfach- oder Doppelrohrblätter die Töne erzeugen. Grifflöcher am Spielrohr dienen zum Spielen von Melodien, während die Bordunpfeifen einen gleichbleibenden Dauerton hervorbringen. Im Zusammenklang entsteht die charakteristische Mehrstimmigkeit.

In Deutschland kam der Dudelsack im 19. Jahrhundert außer Gebrauch, erlebt aber in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance.

Während ihn selbst vor allem das mittelalterliche Handwerk fasziniert, begeisterte Joris von Anfang die Dudelsackmusik auf den Märkten. Doch Dudelsacklehrer laufen hierzulande nicht gerade zuhauf rum und so lag es für Joris nahe, erst einmal Blockflöte zu lernen. „Dass ihn dann seine neue Musiklehrerin Anja Lüers doch noch an den Dudelsack heranführte, war ein glücklicher Zufall“, berichtet Joris Mutter Dörte, die als pädagogische Mitarbeiterin in Spasche angestellt ist.

Während seine Musiklehrerin ihm anfangs einen Dudelsack auslieh, hat Joris inzwischen einen eigenen speziell für ihn angefertigten Dudelsack. Damit spielt er regelmäßig im freitäglichen Schulforum, trat beim Benefizkonzert seiner Schule für die Orgelsanierung auf und musizierte beim Weltfriedenstag in der Wildeshauser Burgwiese. „Die Leute sind meist überrascht, wenn sie mich hören, und finden das richtig toll“, freut sich der Zehnjährige. Eine Viertelstunde beziehungsweise ein Lied übt er pro Tag. Das können typisch schottische Weisen, aber auch deutsche Weihnachtslieder sein.

„Ich höre ihm gerne dabei zu und mag das schnarrende Grundgeräusch“, freut sich Mutter Dörte, die ebenfalls Musik liebt und dem Wildeshauser Trommelensemble „Acompasso“ angehört.

„Und ich bin zwar leider unmusikalisch, helfe Joris aber zumindest bei seiner stilechten Ausstattung“, ergänzt Vater Gregor. Der Dötlinger, der hauptberuflich als archäologischer Restaurator in Wilhelmshaven arbeitet und in seiner Freizeit Schmuck aus Oliven- und Obstkernen kreiert, hat seinem Sohn zum Beispiel ein mittelalterlich anmutendes Ledertäschchen angefertigt, das das Outfit bei Auftritten komplett macht.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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