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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Ein „Gnadenhof“ für alte Drahtesel

22.05.2017

Colnrade Das gute alte Stück, ein Zweirad der Marke „Delmar“ aus dem Jahr 1907, blieb zur sechsten Rad-Oldtimer-Ausfahrt zwar wohl behalten unter Dach und Fach im gerade eingeweihten Mobiles Freirad Museum in Colnrade an der Harpstedter Straße stehen. Aber auch die anderen Drahtesel, die zur Rad-Oldtimer-Ausfahrt herausgeholt wurden, hatten alle historische Baujahre zu bieten. Nicht ohne Stolz verweist Kai-Johannes „Wuzel“ Dey immer wieder gerne auf seine älteste Zweiradoldie-Errungenschaft hin. Dabei spielte ihm der Zufall vor Jahren in die Hände. Das „Delmar“ stammt aus einem Familienbesitz in Brake/Wesermarsch. Der Vater hatte es an den Sohn vermacht und dieser im Alter von 92 Jahren jetzt an den Sammler und Pfleger alter Fahrradkultur, Kai-Johannes Dey aus Colnrade.

Die Liebe zum Detail alter Fahrräder bestimmte am Samstag die Ausfahrt. Auch wenn Familie Dey bereits zur sechsten Oldtimer-Tour eingeladen hatte, konnte von Routine-Veranstaltung nicht die Rede sein. Immerhin war an diesem Tag auch das NDR-Fernsehen zu Gast und außerdem war der alte Turm mit Anbau zum Fahrradmuseum fertig geworden. Insofern war die Radtour auch die Einweihungsfeier des Horts alter Fahrradkultur. Sorgsam aufgehängt hängen die Zweiräder an den Wänden, die aus Feuerholzscheiten bestehen. Luftig und trocken ist es in dem Bau. Genau das richtige Klima, um die Raritäten für die Zukunft zu bewahren.

Bis die Zweiradliebhaber zu ihrer Oldtimer-Tour für jedermann und -frau auf den historischen Fahrrädern mit Baujahr vor 1970 starteten, standen Kuchen, Kaffee, Tee und andere Getränke im Vordergrund. Und nach und nach trudelten die Besitzer der Oldie-Räder wie in den anderen Jahren an der Harpstedter Straße ein.

Sie alle hatten die alten Klamotten aus dem Schrank geholt, um wie zu Omas und Opas Zeiten auf den zweirädrigen Raritäten am Straßenrand durch den Nachmittag zu radeln. Mutter Christa Dey und Wolfgang Reinert waren im passenden Outfit unterwegs. Gesattelt hatten sie ein altes Rabenreick-Rad und ein BSW-Rad aus Suhl. Der Kommentar von Dey zum Baujahr: „Das BSW aus Suhl ist auch schon schieten old und aus Ende der 30er Jahre“ und entschwand sofort wieder, denn er musste vor die Kamera und sein Museum vorstellen.

Schließlich waren es um die 20 Radler, die auf Strecke gingen. Ziel war die Privatbrauerei Bannas in Lohmühle bei Wildeshausen.

Bis alle ihren passenden Drahtesel gefunden hatten, sie waren alle mit Namensschildern versehen, waren die vielen Details an den nostalgischen Zweirädern in aller Munde. Oft winzige Details, wie zum Beispiel der Schalter auf dem BSW-Rad mit dem die betagte Fahrradlampe angeschaltet werden konnte. Markennamen wie Görecke, Miele, Adler, Triumph, Rixe und auch Hercules waren auf den herausgeputzten Rahmen der Oldtimer-Räder zu lesen. Weiter besitzt der 48-Jährige einen Drahtesel, der einst Schornsteinfegern als fahrbarer Untersatz diente. Markenzeichen ist der extra breite Gepäckträger.

Ein Hobby, das auch seinen Preis hat. Durchschnittlich 360 bis 460 Euro steckt Dey in ein solches Oldie-Fahrrad. So werden die Rahmen zum Teil pulverbeschichtet. Viele dieser Arbeiten wurden mit Günther Ehlert aus Wildeshausen in gemeinsamer Arbeit erledigt. Er ist Fahrradprofi.

Die Kostenfrage spielt für Dey nur eine untergeordnete Rolle: „Es macht mir einfach Spaß, die alte Fahrradtechnik zu erhalten. Und weil sie gegenüber heutigen Rädern einfach solider und ausgereifter ist.“

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