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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Chormusik: Ein „Kind“ der 48er-Revolution

15.03.2017

Wildeshausen Die beiden ältesten Wildeshauser Männerchöre – „Euphonia“ und „Liedertafel“ – haben sich in der vergangenen Woche zum „Männergesangverein Wildeshausen“ zusammengeschlossen. Grund genug für Peter Hahn, seit mehr als 22 Jahren Archivar der „Liedertafel“, auf die mehr als 169-jährige Geschichte des Gesangvereins zurückzublicken. Das solle nicht „sang- und klanglos“ beiseite geschoben werden, so der profunde Kenner der Wildeshauser Stadtgeschichte. Immerhin hatte die altehrwürdige Chorgemeinschaft unter den Kapiteln des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Wildeshausen einen hohen Stellenwert.

„Alles begann 1848, im Jahr der deutschen Revolution, in dem liberale Bürger erstmals für einen demokratischen Nationalstaat kämpften“, so Hahn. „Im Zuge dieser gesellschaftspolitischen Entwicklung beschlossen sangesfreudige Wildeshauser Männer, einen Gesangverein zu gründen. Männer der ersten Stunden waren heraushebend als Liedervater und Vorsitzender Dr. med. Pharamund Nieberding und Johann Oeltze als Dirigent. Ihnen folgten bis heute zwölf Dirigenten und 14 Vorsitzende.“

Gründung bei Kolloge

Im Gasthof Kolloge in der Huntestraße wurde die „Liedertafel“ aus der Taufe gehoben. In den ersten Jahrzehnten wurden bereits Sängerfeste in Wildeshausen durchgeführt. „Zudem wurden Sängerfeste in Harpstedt, Sulingen und Bassum besucht“, so Hahn. Die Nachbarvereine vereinigten sich 1870 zum „Alten Bund“. Einen schweren Schlag erlebte die „Liedertafel“, als 1895 das Anwesen des Vereinswirts Kolloge abbrannte und sämtliche Unterlagen des Vereins ein Raub der Flammen wurden.

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In der Zeit des Ersten Weltkriegs ruhte das Vereinsleben. 1919 fand eine Wiederbelebung statt. „Im Jahre 1934 sollten auf Drängen der NS-Regierung die Chöre Liedertafel und Euphonia zusammengeschlossen werden. Die Maßnahme war nicht zum Vorteil: Die Beteiligung am Singen ließ nach.“ Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs – viele Sänger mussten an die Front – wurde das Singen gänzlich eingestellt.

„Erst im Oktober 1947 gab es eine Wiederbelebung“, so Hahn mit Blick ins Archiv. „Im Gasthof Osterloh wurden Otto Tschannen als Vorsitzender und Heinz Obersold als Dirigent von den Sängern zur Führung der Liedertafel gewählt. Als Anlass des 100-jährigen Bestehens des Vereins wurde das nächste Bundessängerfest am 20. und 21. November 1949 in Wildeshausen durchgeführt.“ Im Saal der Berufsschule an der Huntestraße fand ein Festkonzert statt. Außerdem gab es einen denkwürdigen Auftritt auf dem Marktplatz unter der Leitung des Dirigenten Dietrich Osterthun.

Der 78-jährige Archivar berichtet von vielfältigen Auftritten in den folgenden Jahrzehnten. Dazu zählten das Singen am Himmelfahrtstag in der Lehmkuhle und weitere Aktivitäten. 1998 feierten die Sänger der „Liedertafel“ im Beisein vieler Ehrengäste und auswärtiger Chöre ihr 150-jähriges Jubiläum in der Widukindhalle.

Neuer Klangkörper

Nun, nach vielen Jahren wechselvoller Geschichte, ist die alte „Liedertafel“ gemeinsam mit der „Euphonia“ im neugegründeten „Männergesangverein Wildeshausen“ vereint. Es sei „ein stimmgewaltiger Klangkörper“ entstanden, meint Hahn, der insbesondere Dirigentin Gisela Kröger und Hans Rüger als ersten Vorsitzenden des neuen Chores erwähnt. Falls in absehbarer Zeit weitere Männer zum Chor stoßen, würde auch dieser von Dauer geprägt sein, zeigt sich Hahn überzeugt. Er steht auch dem neuen Verein als Archivar zur Verfügung.

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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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