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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Gogericht entscheidet zugunsten von Rechterfeld

02.07.2018

Emstek /Düngstrup Mit einem Sieg für Rechterfeld ist am Samstag nach Johanni der historische Fall beim diesjährigen Gogerichtstag beendet worden. Zahlreiche Besucher hatten sich bei herrlichem Sommerwetter auf dem Desum in Emstek eingefunden.

Es handelte sich um einen Streit aus dem Jahr 1783. Unter dem Vorsitz des neuen Gografen Claus Meyer aus Rechterfeld wurden die seit Jahrhunderten andauernden Grenzstreitigkeiten zwischen Rechterfeld und Thölstedt verhandelt. Die 25 Schöffen kamen aus Visbek, Löningen, Goldenstedt, Düngstrup, Cloppenburg, Langförden, Cappeln und Emstek. Darsteller des Heimatvereins Visbeks hatten seit Wochen mit Begeisterung daran gearbeitet, den historisch dokumentierten Fall lebendig in Szene zu setzen. Der Heimatverein hat in diesem Jahr die Patenschaft für den Gogerichtstag übernommen. Zu den Schöffen des Heimatvereins Düngstrup gehörten Günther Vorberger, Rolf Ellerhorst, Rank Huntemann sowie Christa und Jakob Rauschenberger.

Die Bauernschaft von Thölstedt beklagte sich über eine – aus ihrer Sicht – widerrechtliche Nutzung einer Thölstedter Fläche durch die benachbarten Rechterfelder. Diese beanspruchten ihrerseits das Stück. Nach einem teilweise heftigen Streit vor Gericht legten beide Parteien Vorschläge vor, die jedoch von der Gegenseite nicht angenommen wurden. Dann doch die Einigung: Drei Rechterfelder Bauern mussten einen Eid schwören, dass sie das fragliche Gebiet ruhig und ohne Pfändung benutzt haben. „Nachdem der Eid gesprochen und ein Meineid nicht erkennbar ist, erlasse ich folgendes Urteil: Das strittige Gebiet im Heiydfeldt am Eichbömer Schlatt wird ganz und ungeteilt den Rechterfeldern zugesprochen“, lautete schließlich das eindeutige Urteil des Gografen.

Im aktuellen Fall musste die Frage geklärt werden, ob es rechtmäßig ist, in Ställe einzubrechen, um Missstände in der Viehhaltung aufzudecken. Nachdem nationale Gerichte diesbezüglich uneinheitlich geurteilt hätten, müsse die Sache nun vor dem Europäischen Gerichtshof geklärt werden, meinte der Cloppenburger Rechtsanwalt Otto Höffmann, der den Fall vorgestellt hatte.

Nachdem zu Beginn der Vorsitzende der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“, Georg Meyer-Nutteln, die Gäste begrüßt hatte, wurde ein Generationenwechsel im Amt des Gerichtsschreibers verkündet. Nachdem er den Posten mehr als 20 Jahren ausgefüllt hatte, gab Ludger Brokamp die Feder an seinen Sohn Klaus weiter. Symbolisch überreichte er ihm Mantel und Hut.

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