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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Erfinder des Bettes“ bleibt ohne Ohren

13.08.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T13:58:33Z 280 158

Kunst:
„Erfinder des Bettes“ bleibt ohne Ohren

Hude Man könnte fast meinen, der bronzene Kopf lächelt nun noch etwas mehr als sein Holz-Vorgänger. Grund dafür hätte der „Erfinder des Bettes“ in jedem Fall, denn ein Huder Unternehmen übernahm die Finanzierung des Gusses in Bronze. So konnte das seit rund 30 Jahren an der Parkstraße stehende Werk des Bildhauers Wolf E. Schultz vor dem Verfall gerettet werden.

Mehr als 50 Werke von Wolf E. Schultz im Öffentlichen Raum

Wolf E. Schultz initiierte und finanzierte das erste internationale Huder Bildhauersymposium. Im Jahr 2012 fand das Huder Symposion bereits zum siebten Mal statt. Nicht nur das zeichnet die Allgegenwart von Skulpturen in Hude aus, sondern auch die mehr als 50 Werke im öffentlichen Raum, die den Hudern und ihren Besuchern die kreative Vielfalt des Künstlers näherbringen.

Auch sein Skulpturenhaus lockte Kunstinteressierte aus der ganzen Welt an. Als Höhepunkt entstand das Skulpturenufer am Huder Bach. Diese für alle zugängliche Wiese hat sich zu einem Wahrzeichen von Hude entwickelt und feierte kürzlich 20-jähriges Bestehen.

Dementsprechend positiv wird auch die Stimmung bei der Enthüllung des neuen „Denkmals“ am Donnerstag um 11 Uhr sein. Das neue Zuhause für den „Erfinder“ ist unweit vom alten Standort auf dem Firmengelände der K & O Steuerberatungsgesellschaft an der Langenberger Straße.

Ortsbild geprägt

Als der Bildhauer Wolf E. Schultz Anfang der 80er Jahre sein Atelier von Hamburg nach Hude verlegte, sollte sich auch einiges für die Gemeinde ändern: Das Ortsbild wird seitdem von Werken des Künstlers geprägt. Er trägt seit rund 30 Jahren durch zahlreiche Projekte dazu bei, dass Hude sich in Sachen Kunst und Kultur einen Namen gemacht hat.

So entwickelte Schultz in Hude einen der ersten Skulpturenwege in Deutschland, an dem sich viele Städte und Gemeinden orientierten. „Der Erfinder des Bettes“ gehörte zu einer der ersten Dauerleihgaben des Künstlers für den Skulpturenweg, den es so heute nicht mehr gibt.

Die von Schultz Anfang der 80er Jahre kostenlos zur Verfügung gestellte Skulptur im Zentrum von Hude ist auf Postkarten, in Reiseberichten, TV-Beiträgen und zahlreichen Broschüren zu sehen.

Auch, wenn sich das Umfeld im Laufe der Jahrzehnte stark veränderte, der Kopf „Erfinder“ blieb auf seinem Sockel und blickte auf die Kreuzung der Park- und Königstraße.

Holz war morsch

Doch die Zeit ging auch an diesem Huder Kopf nicht spurlos vorüber: Das Holz war morsch und stellenweise herausgebrochen. Um die Skulptur dauerhaft zu sichern, suchte der Künstler nach „einem Retter, der sich des Werkes annimmt“, so Schultz.

Diesen hat er jetzt in K & O-Geschäftsführer Andreas Otte gefunden. Der Guss wurde von der Oldenburger Gießerei Harms vorgenommen, bei der Schultz seit seiner Zeit in Hude alle Bronze-Plastiken gießen lässt. Zuletzt die drei Meter große und 750 Kilogramm schwere „Schnabelknospe“, die vor der „botanika“ in Bremen steht.

„Uns war es wichtig, einen Beitrag für die Kultur in Hude zu leisten und ein ‚Huder Original’ dauerhaft zu erhalten“, so Andreas Otte. In seinem neuen Firmensitz an der Langenberger Straße 1 sind auch andere Werke des renommierten Künstlers Wolf E. Schultz ausgestellt.

„Huder Original“

„Die Kunst von Herrn Schultz in den neuen Räumen hat sofort interessante Diskussionen mit unseren Kunden ausgelöst, sie sind eine gute Ergänzung zur modernen Architektur“. Aber auch interessierten Besuchern steht die zeitlich nicht eingegrenzte Ausstellung offen.

Warum aber heißt die Skulptur eigentlich „Der Erfinder des Bettes“? Das erklärt der in Swinemünde geborene Künstler Schultz mit einem Lächeln: „Meine Frau sagte einmal, man müsse dem Erfinder des Bettes ein Denkmal setzen. Da kam mir die Idee: Ein Mann, der sich vor Freude seiner Erfindung nicht mehr aus dem Bett bewegte und sich dabei die Ohren ablag“.

Wer genau hinsieht, wird die Ohren auch an diesem erneuerten Kopf tatsächlich vermissen . . .